Das Martullo-Prinzip: Will Ems-Chefin nicht mehr Blocher heissen?
Aktualisiert

Das Martullo-PrinzipWill Ems-Chefin nicht mehr Blocher heissen?

Magdalena Martullo-Blocher will das «Blocher» aus ihrem Namen verbannen. Es scheint, als sei der Name ihres berühmten Vaters für sie zur Hypothek geworden.

von
Sandro Spaeth
Wie der Vater so die Tochter: Magdalena Martullo-Blocher und ihr Vater Christoph Blocher

Wie der Vater so die Tochter: Magdalena Martullo-Blocher und ihr Vater Christoph Blocher

Magdalena Martullo-Blocher ist die jüngste Konzernchefin der Schweiz: Seit 2001 sitzt sie in der Geschäftsleitung der Ems-Gruppe; seit 2004 – als ihr Vater in den Bundesrat einzog – liegen die Geschicke der Chemie-Firma sogar ganz in ihren Händen.

Nun tritt Frau Martullo-Blocher am Donnerstag um 14.30 Uhr als Rednerin beim Swiss Economic Forum (3. und 4. Juni) auf und reiht sich damit in eine Schar prominenter Referenten ein. Neben der Ems-Konzernschefin treten beispielsweise Nobelpreisträger Paul Krugman, der ehemalige britische Premier Tony Blair oder Bundespräsidentin Doris Leuthard auf. Beim Swiss Economic Forum treffen sich jährlich rund 1200 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu Meinungsaustausch und Networking. Das diesjährige Thema: «ReStart!

Emanzipationsgelüste?

Der Neustart scheint auch zu Frau Martullo-Blocher zu passen, denn es mehren sich die Anzeichen, dass sich die Ems-Chefin emanzipieren will. Ist der Name Blocher etwa zur Hypothek geworden? 20 Minuten Online weiss: Martullo-Blocher liess ihren Namen fürs Programmheft des Swiss Economic Forum zu Martullo verkürzen. Bis anhin, als die Ems-Konzernchefin lediglich als Gast am Swiss Econimic Forum teilnahm, wurde sie jeweils als Frau Martullo-Blocher geführt.

Beide Namen korrekt

Ems-Sprecher Condrad Gericke will aber nichts von einer Namenshypothek wissen: Für seine Chefin seien selbstverständlich beide Namensvarianten – wie sie auch in der Öffentlichkeit verwendet würden – korrekt. Ein Gemisch herrscht auch auf der Ems-Website: In der aktuellen Liste der Verwaltungsräte wird die Chefin und VR-Vizepräsidentin Magdalena Martullo-Blocher genannt, in Pressemeldungen ist aber lediglich von Frau Martullo die Rede.

Das Blocher-Prinzip

Ob Martullo oder Blocher - ihr Führungsstil ist ganz auf der Linie ihres Vaters Christoph. Er sagte: «Verantwortung ist unteilbar». Sie sagt: «In der Geschäftsleitung entscheide ich». In seinem Buch das «Blocher-Prinzip» schreibt der

alt Bundesrat: «Du sollst nicht vom Unternehmen leben, sondern für das Unternehmen.» Seine Tochter hat dies, zumindest was die Zahlen anbelangt, gut hinbekommen: Ems erzielte 2009 trotz Wirtschaftskrise einen Umsatz von 1,2 Milliarden Franken und einen gegenüber des Vorjahres fast drei Prozent höheren Gewinn von 222 Millionen Franken. Noch besser läuft es in diesem Jahr: In den ersten drei Monaten kletterte der Umsatz bei Ems um fast 60 Prozent in die Höhe.

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