London warnt – Will Moskau in der Ukraine pro-russischen Führer installieren?

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London warnt Will Moskau in der Ukraine pro-russischen Führer installieren?

Die britische Regierung wirft dem Kreml vor, Moskau wolle in Kiew massiv politischen Einfluss nehmen.

London stehe an der Seite der Ukraine als unabhängigem, souveränem Land, versicherte die britische Aussenministerin dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski. (Archivbild)

London stehe an der Seite der Ukraine als unabhängigem, souveränem Land, versicherte die britische Aussenministerin dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski. (Archivbild)

AFP/Sergei Supinsky

Darum gehts

  • Das britische Aussenministerium warnt, dass Moskau massiv politischen Einfluss in der Ukraine nehmen will.

  • London verfüge über Informationen, dass der Kreml versucht, eine pro-russische Führung in Kiew zu etablieren.

  • Es werden sogar Namen von früheren ukrainischen Politikern genannt.

Mit einer beispiellosen Warnung hat die britische Regierung dem Kreml unterstellt, Moskau wolle massiv politischen Einfluss in der Ukraine nehmen. «Uns liegen Informationen vor, die darauf hindeuten, dass die russische Regierung versucht, eine pro-russische Führung in Kiew zu etablieren, während sie erwägt, ob sie in die Ukraine einmarschieren und sie besetzen soll», hiess es am Samstagabend in einer Mitteilung des britischen Aussenministeriums. Experten halten aber einen Einmarsch Moskaus in Kiew für unwahrscheinlich.

Als möglicher Kandidat für die Führungsposition in der Regierung in Kiew wird der frühere ukrainische Abgeordnete Jewgenij Murajew genannt. Der von London als potenzieller Moskauer Statthalter genannte Kandidat steht allerdings selbst seit 2018 auf einer russischen Sanktionsliste.

Moskau dementiert fast täglich

Hintergrund der Äusserung sind die schweren Spannungen im Ukraine-Konflikt. Vor allem die USA befürchten angesichts der hohen russischen Truppenpräsenz an der Grenze zur Ukraine einen Einmarsch ins Nachbarland. Moskau weist dies fast täglich zurück. Grossbritannien hatte der Ukraine bereits leichte Panzerabwehrwaffen geschickt und dafür Kritik vom Kreml geerntet.

Das britische Aussenministerium teilte weiter mit, man habe ausserdem Informationen, dass weitere – namentlich genannte – ukrainische Ex-Politiker in Kontakt mit den russischen Geheimdiensten stünden, hiess es von den Briten. Einige hätten demnach Kontakt mit Sicherheitsdienstlern, die «an der Planung eines Angriffs auf die Ukraine beteiligt» seien.

Bereits vor einer Woche hatten die USA Russland unterstellt, dass mutmasslich eigene Agenten eine Spezialoperation im Osten der Ukraine planten. Der Kreml wies das zurück und verlangte Beweise dafür.

Britische Aussenministerin warnt

Die britische Aussenministerin Liz Truss forderte von Moskau, «seine Kampagnen der Aggression und Desinformation zu beenden und einen Pfad der Diplomatie zu verfolgen». Jeglicher militärischer Einmarsch in die Ukraine wäre ein «massiver strategischer Fehler mit ernsthaften Kosten», sagte die Ministerin. London stehe an der Seite der Ukraine als unabhängigem, souveränem Land. Mehrere russische Staatsmedien berichteten am Samstag unter Berufung auf Quellen, dass Truss im Februar zu einem Besuch in Moskau erwartet werde.

Die USA und ihre westlichen Verbündeten verlangen seit Wochen einen Rückzug der an der ukrainischen Grenze zusammengezogenen russischen Truppen. Im Gegenzug fordert Moskau Sicherheitsgarantien und ein Ende der Osterweiterung des westlichen Militärbündnisses Nato. Die Entspannungsbemühungen laufen seit vergangener Woche auf Hochtouren, haben aber bislang keine greifbaren Ergebnisse gebracht.

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(DPA/chk)

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