Willkommen in der «Festung der Hure»
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Willkommen in der «Festung der Hure»

Nach knapp vierjährigem Aufstand darf ein Dorf im Südwesten Irlands möglicherweise schon bald wieder seinen alten Namen tragen. Der heisst übersetzt soviel wie «Festung der Hure».

Der Minister für die Irische Sprache, Eamon O Cuiv, erklärte am Sonntag, er habe bereits einen Verordnungsentwurf zugunsten der alten Bezeichnung veröffentlicht. Sollte es keine schwerwiegenden Einwände geben, könnte das im Englischen als «Doon» bekannte Nest bald wieder seinen historischen Namen «Dun Bleisce» führen.

Vermutlich aufgrund von Einwänden bürokratischer Bedenkenträger hatte O Cuiv 2003 angeordnet, den Namen «Doon» ins irische «An Dun»- die Festung - abzuändern. Dies löste einen Sturm der Entrüstung aus. Mehr als 1000 Dorfbewohner unterzeichneten einen Aufruf zugunsten des Beiworts «Bleisce».

Dann entschied auch der Ausschuss für Ortsnamen, den O Cuiv als Schiedsgericht für gälische Bezeichnungen angerufen hatte, dass «An Dun» zwar die korrekte Entsprechung für «Doon», «Dun Bleisce» aber offensichtlich der historische Name des Dorfes ist. Dieser tauche bereits 774 in den Annalen auf.

Feministische Vergangenheit?

Bezirksrätin Mary Jackman zeigte sich «hocherfreut» über die jüngste Entwicklung. Sie ist überzeugt, dass «Bleisce» ursprünglich ein durchaus ehrenwerter Begriff für die Frau war, nach der der Ort benannt wurde: «Sie muss eine mächtige Frau gewesen sein. Unsere Gegend war in den damaligen Zeiten durchaus feministisch.»

O Cuiv ist der Enkel von Eamon de Valera, einem der Gründungsväter der irischen Republik. Seit seinem Amtsantritt hat er bereits tausende englische Ortsnamen aus der Zeit der britischen Herrschaft über die Insel in irische umwandeln lassen.

(sda)

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