Baar: Parkplatz-Falle sorgt für Riesen-Ärger

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Regelmässig Bussen«Willkommen in der Parkplatzfalle des Kantons Zug»

Ein Parkplatz vor einem Restaurant sorgt in Baar regelmässig für Ärger – sowohl beim Besitzer, als auch bei jenen, die dort illegal ihr Fahrzeug abstellen. Regelmässig werden dort innerhalb kürzester Zeit Bussen in der Höhe von 200 Franken ausgestellt.

von
Daniela Gigor
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In Baar weist ein Parkverbotsschild darauf hin, dass ausschliesslich Gäste des Restaurants ihre Autos auf diese Plätze stellen dürfen. Die richterliche Verfügung ist seit dem 22. März 1995 in Kraft. 

In Baar weist ein Parkverbotsschild darauf hin, dass ausschliesslich Gäste des Restaurants ihre Autos auf diese Plätze stellen dürfen. Die richterliche Verfügung ist seit dem 22. März 1995 in Kraft. 

20min/Vanessa Federli 
Auch hier ist deutlich zu lesen, wer auf dem Gelände parkieren darf und dass das Grundstück mittels Video überwacht wird. 

Auch hier ist deutlich zu lesen, wer auf dem Gelände parkieren darf und dass das Grundstück mittels Video überwacht wird. 

20min/Vanessa Federli 
Das Restaurant My Oriental Cuisine in Baar. 

Das Restaurant My Oriental Cuisine in Baar. 

20min/Vanessa Federli 

Darum gehts

  • Wer auf den Parkplätzen des Restaurants My Oriental Cuisine in Baar sein Auto abstellt, ohne das Restaurant zu besuchen, riskiert eine Busse. 

  • Dafür werden immer wieder die Gastronomen angefeindet. 

  • Allerdings haben sie nichts damit zu tun, weil das richterliche Verbot vom Liegenschaftsbesitzer beantragt wurde.   

  • Der Besitzer sagt, dass das Fremdparkieren immer schlimmer wurde und die Menschen immer weniger Respekt vor fremdem Eigentum zeigen.  

  • Für die Kontrolle des Areals ist eine private Firma beauftragt worden. 

«Willkommen in der Parkplatz-Falle des Kantons Zug, wo ein kurzes Aussteigen aus dem Auto bereits teuer werden kann», sagt Turan Babuscu verärgert. Er hat eine Busse von 120 Franken plus eine Bearbeitungsgebühr über 80 Franken erhalten. Weiter sagt er: «Wer dachte, dass ein kurzer Stopp von fünf bis zehn Minuten auf einem leeren Parkplatz in unserem Kanton unbedenklich ist, der irrt gewaltig.»  Passiert ist das beim Restaurant My Oriental Cuisine in Baar, wo er oft sein Essen holt oder essen geht. «Da denkt man doch, ja ich bin Kunde, also kann ich da doch kurz mal stehen», so Babuscu weiter. 

Am Tag des Geschehens im Dezember hatte er das Restaurant allerdings nicht besucht, dennoch seinen Wagen für 25 Minuten dort abgestellt, wie es auf der Busse und beigefügten Fotos nachgewiesen wird. «Der Parkplatz war auch vollkommen leer», sagt er. «Ich frage mich einfach, ob es verhältnismässig ist, solche Massnahmen zu ergreifen», sagt Babuscu weiter.

«Seit ich die Liegenschaft besitze, habe ich Ärger mit Fremdparkierern» 

Mit seinem Ärger ist er nicht allein. Ein anderer gebüsster Fremdparkierer* sagt auf Anfrage: «Es ist eine Frechheit, was dort abgeht. Es wird gezielt Geld gemacht.» Liest man sich durch die Google-Rezensionen des Restaurants und tripadvisor, so ärgern sich weitere Gäste oder Parkplatzbenutzer über das Vorgehen und beschimpfen teilweise die Gastronomen und drohen damit, dass sie nicht mehr in diesem Restaurant essen gehen. Die Wirte weisen in ihren Antworten jeweils darauf hin, dass sie für Bussen nicht verantwortlich und auch nicht zuständig sind. 

So werden die Betreiber des Restaurants wegen der Bussen angefeindet, obwohl sie nichts damit zu tun haben. 

So werden die Betreiber des Restaurants wegen der Bussen angefeindet, obwohl sie nichts damit zu tun haben. 

Google-Rezensionen 

Auch im Bussenschreiben an Babuscu ist das gross und deutlich geschrieben: «Zuständig für die Parkplatzkontrollen ist ausnahmslos die Unisecur GmbH. Das Restaurant My Oriental Cuisine ist nicht involviert und kann keine Stellung nehmen. Einwände zu diesem Vorfall sind ausschliesslich an die Unisecur GmbH zu richten.» Recherchen von 20 Minuten haben ergeben, dass die Unisecur vom Liegenschaftsbesitzer* beauftragt wurde, die Belegung der Plätze zu überwachen und zu kontrollieren. Er sagt: «Seit ich die Liegenschaft besitze, habe ich Probleme mit Fremdparkierern, die die Plätze der Mieter und des Restaurants einfach besetzten.»

Mehr Achtung vor dem Besitz anderer gewünscht 

Darum gibt es auch eine richterliche Verfügung, die das Parkieren auf dem Areal der Langgasse 4/Oberdorfstrasse 3 verbietet. Ein prominent aufgehängtes Schild weist darauf hin, dass die Verursacher bei Missachtung mit 200 Franken Busse gebüsst werden. Diese Verfügung ist bereits seit 27 Jahren in Kraft, wie auf dem Schild auf dem Areal nachzulesen ist. Wie der Liegenschaftsbesitzer weiter erzählt, wurde das Parkverbot für Unbefugte anfänglich noch durch die Liegenschaftsverwaltung kontrolliert. «Das gab viel Arbeit und mit der Zeit wollte es einfach niemand mehr machen, weil diese Personen beschimpft und bedroht wurden», so der Mann weiter. Auch sei es von Jahr zu Jahr schlimmer geworden. So hätten die Fremdparkierer teils auch ihren Müll aus den Autos geschmissen. Er weist darauf hin, dass sein Vorgehen dem Gesetz entspreche, ebenso wie die Videoüberwachung des Areals. Abschliessend wünscht er sich, «dass die Mitmenschen wieder mehr Achtung und Bewusstsein für das Privateigentum anderer entwickeln würden.»

(*Namen der Redaktion bekannt)          

Kassierst du oft Parkbussen? 

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