Knall bei Tennis-Turnier: Wimbledon schliesst Russen aus – Medwedew darf nicht spielen 

Publiziert

Knall bei Tennis-TurnierWimbledon schliesst Russen aus – Medwedew darf nicht spielen 

Alle russischen Spielerinnen und Spieler werden von Wimbledon ausgeschlossen. Das heisst auch, dass Topspieler Medwedew nicht antreten darf. 

von
Sven Forster
1 / 6
In diesem Jahr wird Daniil Medwedew nicht in Wimbledon spielen. 

In diesem Jahr wird Daniil Medwedew nicht in Wimbledon spielen. 

REUTERS
Das Turnier schliesst alle Russen und Belarussen aus. 

Das Turnier schliesst alle Russen und Belarussen aus. 

REUTERS
Medwedew ist derzeit die Nummer zwei der Welt. 

Medwedew ist derzeit die Nummer zwei der Welt. 

AFP

Darum gehts

Wimbledon wird ohne russische und belarussische Tennisspielerinnen und -spieler stattfinden. Das berichtet die «Times» am Mittwochmorgen, die Organisatoren bestätigten die Meldung am Nachmittag. Grund dafür ist der Krieg in der Ukraine. Die Gespräche zwischen den Organisatoren und der britischen Regierung liefen mehr als zwei Monate. 

Die Organisatoren schliessen also Daniil Medwedew und Co. aus. Es trifft aber nicht nur die Weltnummer zwei Medwedew, sondern auch Top-10-Spieler Andrei Rublew. Bei den Frauen fallen gleich vier Spielerinnen aus den Top 20 aus. Darunter auch die Titelfavoritin Aryna Sabalenka, die derzeit auf Platz vier gelistet ist, und die frühere Weltnummer eins, Victoria Azarenka. 

Sonst unter neutraler Flagge

Wimbledon ist das erste grosse Tennisturnier, das russische und belarussische Athleten und Athletinnen ausschliesst. Derzeit dürfen die Athleten und Athletinnen unter neutraler Flagge spielen. Auch beim French Open im Mai werden die Sportler und Sportlerinnen wohl am Start sein. 

Wie die Zeitung schreibt, hatten britische Beamte vorgeschlagen, dass die Spieler und Spielerinnen eine schriftliche und private Erklärung abgeben sollten, um den Krieg zu verurteilen. Die Wimbledon-Organisatoren entschieden sich aber für ein Verbot, da dies praktikabler sei, aufgrund der Risiken für die Familienangehörigen der Spieler. 

Switolina fordert Sperre, für die, die ruhig bleiben

Kurz nach Bekanntgabe des Beschlusses der Wimbledon-Organisatoren meldete sich die ukrainische Tennis-Spielerin Elina Switolina. Die 27-Jährige schrieb auf Instagram, es komme eine Zeit, wenn Stille Betrug sei – und diese Zeit sei jetzt gekommen. Switolina fordert, dass russischen und belarussischen Spielerinnen und Spielern drei Fragen gestellt werden müssen: «Unterstützen Sie Russlands und Belarus’ Invasion in die Ukraine? Unterstützen Sie die militärischen Aktivitäten Russlands und Belarus’ in der Ukraine? Unterstützen Sie Putins und Lukaschenkos Regime?» Sollten die Spielerinnen und Spieler eine dieser Fragen mit ja beantworten, fordere sie, dass diejenigen Athletinnen und Athleten von internationalen Events – so wie eben von Wimbledon getan – ausgeschlossen und gesperrt werden. 

Deine Meinung

79 Kommentare