Bottmingen BL: «Win-Win-Win-Situation» – wenn dein Hund mehrere Liebhaber datet

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Bottmingen BL«Win-Win-Win-Situation» – wenn dein Hund mehrere Liebhaber datet

Aus Überforderung landen viele Hunde wieder im Tierheim. Das muss nicht sein. Die Baselbieterin Claudia Lang ermöglicht mit ihrer Plattform Fair-Dogs, dass sich mehrere Herrchen und Frauchen die Verantwortung für einen Hund teilen.

von
Gandalf Weidemann
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Wer sich einen Hund zutut, muss dem Tier viel Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Manche sind damit überfordert. Anstatt den Hund ins Tierheim zu geben, können sie jetzt die Verantwortung mit anderen teilen.

Wer sich einen Hund zutut, muss dem Tier viel Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Manche sind damit überfordert. Anstatt den Hund ins Tierheim zu geben, können sie jetzt die Verantwortung mit anderen teilen.

20min/Matthias Spicher (Symbolbild)
Auf Fair-Dogs können Hundebesitzer ein Profil ihres Vierbeiners erstellen.

Auf Fair-Dogs können Hundebesitzer ein Profil ihres Vierbeiners erstellen.

Facebook (Screenshot)
Unter anderem darin enthalten – Alter, Kontaktfreudigkeit sowie Charaktereigenschaften des Tieres.

Unter anderem darin enthalten – Alter, Kontaktfreudigkeit sowie Charaktereigenschaften des Tieres.

Facebook (Screenshot)

Darum gehts

  • Vor einem Jahr gründete Claudia Lang (45) ihr Start-up Fair-Dogs. Darin können sich Hundeliebhaber die Verantwortung für ein Tier teilen.

  • Das Ziel – die Vermeidung von Welpenhandel und bessere Vermittlungschancen von Hunden.

  • Vor dem Dog-Sharing müssen Hundehalter ein Profil ihres Vierbeiners auf der Plattform erstellen. Wenn dieses Interessenten anspricht, können sie zu den Besitzern Kontakt aufnehmen.  

«Wenn sich Menschen schockverliebt einen Hund zutun, merken viele gar nicht, dass ein Hund gar nicht zu ihrem Leben passt», weiss Claudia Lang. Die 45-Jährige hat aus der Not ein Start-up gemacht. Fair-Dogs erlaubt es, Hundeliebhabern die Verantwortung für das Tier zu teilen. Die Idee dazu keimte, seit sie vor einigen Jahren in Brasilien dem Elend der Strassenhunde begegnete. Hier landen Hunde zwar nicht auf der Strasse, aber oft im Tierheim.

«Die Hauptgründe dafür, dass Hunde ausgesetzt werden, sind, dass ein Plan B fehlt, Hunde unüberlegt gekauft werden, Halter den Aufwand unterschätzt haben oder mit dem Verhalten des Tieres überfordert sind», erklärte die Jungunternehmerin gegenüber der «Basler Zeitung». Im Herbst 2021 entschied sie sich deshalb, ihr Start-up Fair-Dogs ins Leben zu rufen. Ihr Ziel – bessere Vermittlungschancen für Strassen-, Mischlings- und ältere Hunde sowie der Vermeidung von Welpenhandel

Optik zählt, nicht Charakter

Ein Punkt, den Lang bedauere. Oftmals werden Hunde nur aufgrund ihrer Rasse, ihres Aussehens oder eines Fotos ausgesucht. In einigen Fällen würde man sich sogar für ein Tier entscheiden, ohne dieses überhaupt einmal gesehen zu haben. Dabei sei es wichtig, dass sich Mensch und Tier «beschnuppern» können, bevor sie zusammen leben. «Dass das trotzdem manchmal gut geht, ist eigentlich ein Wunder», schliesst sie an.

Besonders betroffen seien bei der Auswahl jüngere Hunde im Alter von sechs – zwölf Monate. Obwohl deren Erziehung nicht zu unterschätzen sei, würden sich viele unerfahrene Halter für diese entscheiden. Dabei sei es ein Irrglaube, dass ältere Hunde schwieriger zu erziehen sind als jüngere. 

Persönlichkeits-Match

Deshalb hat Fair-Dogs einen Persönlichkeitstest für Hunde entwickelt. In diesem können Halter ein Profil ihres Vierbeiners erstellen, das den Charakter des Tieres beschreibt. So wird beispielsweise verständlich, wie kontaktfreudig, alt, kinderlieb oder verschmust ihr Hund ist. Klickt man nun auf ein Profil, das einem zusagt, so kann man mit den Besitzern anfangen zu chatten. 

Falls das Match zwischen Hund und Interessent nun passend ist, kann es zu einem Dog-Sharing kommen. Für Lang eine «Win-Win-Win Situation». «Der Hundehalter ist entspannt, weil sein Hund nicht allein zu Hause ist, der Hund erhält Aufmerksamkeit und Bewegung». So können beispielsweise Rentner, die Freude an einem Hund erleben, einen Hund betreuen, ohne diesen gleich besitzen zu müssen.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 0800 211 222 (bei Notfällen) 

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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