Seilbahnunfall: Windböe brachte Seil zur Entgleisung
Aktualisiert

SeilbahnunfallWindböe brachte Seil zur Entgleisung

Der Wind hat im vergangenen Januar zum tödlichen Unfall auf dem Fallbodenlift auf der Kleinen Scheidegg geführt.

Eine Böe brachte das Förderseil zur Entgleisung, worauf ein Sessel zu Boden stürzte. Ein deutscher Tourist kam dabei ums Leben. Eine von unten rechts in Fahrtrichtung kommende Böe habe auf das Seil gewirkt, teilte die Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) am Freitag mit. Das Seil sei zunächst in die ersten zwei Seilfänger gefallen. Beim zweiten Seilfänger habe die Klemme des Sessels kurz angestellt, wodurch der Stützenkopf und die Rollebatterie sich verdrehten.

Das Seil sei dadurch direkt über die Seilfänger drei und vier hinaus gesprungen. Da die ganze Last auf die talseitige Rollenbatterie wirkte, konnte die Überschlagsicherung den Schlag nicht auffangen, wie es heisst.

Beim Absturz des Sessels aus rund zehn Metern Höhe war am 3. Januar 2008 ein deutscher Tourist ums Leben gekommen, eine Frau wurde schwer verletzt. Zwei weitere Passagiere auf anderen Sesseln wurden ebenfalls verletzt.

Zum Zeitpunkt des Unfalls blies ein starker Fön. Die Pisten im Skigebiet wurden geschlossen. Die Passagiere, die sich noch auf den Sesseln befanden, sollten durch Hochfahren des Lifts noch zur Bergstation gebracht werden.

Die Jungfraubahnen zogen ihre Lehren aus dem Unglück und rüsteten den Sessellift im Sommer mit überstehenden Bordscheiben und besseren Überschlagssicherungen aus. Auf die kommende Wintersaison hin, soll der Lift seinen Betrieb wieder aufnehmen. (sda)

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