06.06.2015 14:09

Paris

Winnetou-Darsteller Pierre Brice ist tot

Der Schauspieler Pierre Brice ist am Samstag im Alter von 86 Jahren in Paris gestorben. Selten wurde ein Schauspieler mit einer Rolle so identifiziert wie der Franzose.

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Indianer-Held: Mit seiner Rolle als Apachen-Häuptling Winnetou erreichte Pierre Brice Kultstatus

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Keystone/AP/str
Der Schauspieler ist am 6. Juni 2015 im Alter von 86 Jahren in Paris gestorben.

Der Schauspieler ist am 6. Juni 2015 im Alter von 86 Jahren in Paris gestorben.

epa/Felix Hoerhager
In einem Spital erlag Brice den Folgen einer Lungenentzündung.

In einem Spital erlag Brice den Folgen einer Lungenentzündung.

Keystone/AP/Dieter Klar

Der französische Schauspieler und «Winnetou»-Darsteller Pierre Brice ist tot. Nach Angaben seines Managements in Deutschland starb er am Samstagmorgen im Alter von 86 Jahren in einem Spital in Frankreich. Der Sprecher des Managements, Thomas Claassen, sagte AFP, Brice sei am Freitagabend mit hohem Fieber in die Klinik eingeliefert worden und die Nacht über nicht mehr ansprechbar gewesen.

Am Morgen sei er noch einmal «kurz aufgewacht» und dann «in den Armen seiner Frau gestorben». Der Schauspieler starb nach Angaben des Managements an den Folgen einer Lungenentzündung. Seine Frau Hella, eine Deutsche, war demnach die ganze Zeit bei ihm.

Für die legendäre Rolle des Apachen-Häuptlings Winnetou in den Karl-May-Verfilmungen wurde er Anfang der 6oer-Jahre von Produzent Horst Wendlandt entdeckt. Brice waren weder Karl May noch dessen Indianer-Figur bekannt. Seine Agentin überredete ihn, die Rolle anzunehmen und Brice wurde in Deutschland praktisch über Nacht zum Star.

Brice glaubte nicht an Winnetou

Während der Dreharbeiten zum ersten Winnetou-Film «Der Schatz im Silbersee» konnte sich Brice nicht für seine Figur erwärmen und rechnete mit einem Flop. Seine Überraschung war entsprechend groß, als der Streifen beim Publikum einen Sturm der Begeisterung auslöste.

Bis 1968 folgten zehn weitere Winnetou-Filme. Darin steht dem Indianerhäuptling stets ein treuer Freund zur Seite. Siebenmal ist das Old Shatterhand, gespielt von US-Schauspieler Lex Barker, einmal Old Firehand (Rod Cameron) und dreimal Old Surehand, verkörpert von Stewart Granger. Während Brice mit Barker auch privat eine enge Freundschaft verband, kommunizierten er und Granger am Set jeweils nur das Nötigste.

Winnetous Filmtod löste 1965 eine Protestwelle aus, daraufhin durfte der Indianer für kurze Zeit wieder auferstehen. Die Filmreihe endete 1968.

Auftritt in «Lüthi und Blanc»

Nach 1968 folgten weniger erfolgreiche Produktionen am deutschen Fernsehen und Theater, darunter auch «Winnetous Rückkehr», die vernichtende Kritiken erhielt. 2004 spielte Brice in einer Nebenrolle in der Schweizer Fernsehserie «Lüthi und Blanc». In seinem Heimatland blieb Brice nahezu unbekannt. Winnetou, der große Romanheld Karl Mays, blieb die Rolle seines Lebens.

Pierre Brice, der eigentlich Pierre Louis Baron de Bris hieß, vertrat auch privat die Ideale und Werte wie Freiheit, Menschenwürde und Toleranz seiner legendären Filmfigur.

So nutzte er seine Prominenz auch für wohltätige Zwecke. Für sein Engagement als Unicef-Botschafter erhielt er 1992 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Weitere setzte er sich in Rumänien für den Tierschutz, insbesondere für Straßenhunde und Braunbären ein.

Lange Zeit lebte Brice in seinem Jagdschloss in der Nähe von Paris. Doch seiner deutschen Frau zuliebe ließ er sich ein Haus in Garmisch bauen. «Meine ewigen Jagdgründe liegen in Deutschland», erklärte er vor seinem Umzug im Jahr 2014. Brice schien den edlen Apachenhäuptling bis zum Schluss verkörpern zu wollen. (sda)

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