Schneeweisse Pracht: Wintermärchen Moskau
Aktualisiert

Schneeweisse PrachtWintermärchen Moskau

Wenn der Schnee die russische Millionen­metropole in ein Winterwunderland ­verwandelt, dann blühen die Moskauer erst richtig auf.

von
Isabelle Riederer

Der russische Winter ist hart und lang. Doch trotz der frostigen Temperaturen: Die Moskauer lieben die schneeweisse Pracht. Fällt der erste Schnee und legt sich wie eine sanfte Decke über die Monumente aus der Zarenzeit und die gigantischen Bauten Stalins, dann sind die Russen froh, wenn die hektische Stadt für einen Moment ruht. Denn Väterchen Frost nimmt das Tempo aus dem Moskauer Leben. Im Winter müssen selbst die teuersten Luxuslimousinen der Reichen und Mächtigen den Schneepflügen hinterherschleichen.

Wer sich trotz klirrender Kälte auf die Strasse wagt, der muss sich warm einpacken. Doch es lohnt sich, im Winter zeigt sich Moskau von seiner weichsten Seite: Wenn sich die Schneeflocken wie Puderzucker auf die bunten Kuppeln der Basiliuskathedrale legen oder vor den roten Kremlmauern hin und her tanzen, verwandelt sich die Zarenstadt in ein Wintermärchen.

Neben der warmen Kleidung ist auch festes Schuhwerk ein Muss. Die Wege Moskaus gleichen Schlaglöcheransammlungen mit Asphalt dazwischen. Vor allem beim Schritt vom Trottoir auf die Strasse sollte man die Tiefe der dort häufig anzutreffenden Pfützen nicht unterschätzen. Der russische Volksmund sagt, dass schon ganze Autos darin untergegangen seien.

Die schnellste Möglichkeit, in Moskau vorwärtszukommen, bietet deshalb die Metro. Durch die prunkvollen Hallen strömt stets ein warmer Wind, der die winterliche Kälte vergessen lässt. «Paläste fürs Volk» wollten die Sowjets mit der U-Bahn schaffen und schreckten auch nicht davor zurück, Marmor aus einer zuvor gesprengten Kirche zu verbauen. Auf den nächsten Zug warten zwischen stuckverzierten Decken, Wandreliefs und Mosaiken aus tausend Steinchen – ein Meisterwerk und der ganze Stolz Moskaus.

Kreml: Hochsicherer Prunkbau

Wahrzeichen Moskaus und gleichzeitig politisches und religiöses Zentrum Russlands ist der Kreml. Hoch über dem Moskwa-Fluss thront er mit seinen dunkelroten Backsteinmauern und den Kuppeln der Kreml-Kirchen. Deren goldener Anstrich – so sagt der Volksmund – soll das Auge des lieben Gottes nach Moskau lenken. Neben dem Amtssitz des russischen Präsidenten beherbergen die bunten Paläste auch die Rüstkammer und den staatlichen Diamantenfonds. Sehenswert sind die berühmten Fabergé-­Eier sowie die prachtvollen Schätze der ­Romanows, dem letzten Zarengeschlecht Russlands. Der Kreml ist streng bewacht. Metalldetektoren stehen an jeder Ecke. Wer kein Russisch spricht, sollte sich einer Reisegruppe anschliessen.

Mit Swiss nach Moskau

Swiss bietet täglich zwei Direktflüge ab 199 Franken von Zürich nach Moskau Domodedovo (35 Kilometer ausserhalb). Mit dem Aeroexpresszug ist man in 30 Minuten in der Innenstadt. www.swiss.com

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