Winterthur erst im Herbst «Grossstadt»
Aktualisiert

Winterthur erst im Herbst «Grossstadt»

Winterthur ist länger als geplant keine «Grossstadt». Der Stadtrat hat die Prognosen revidiert. Der 100000. Einwohner wird erst im Herbst erwartet.

Seit längerem freut sich das offizielle Winterthur auf die oder den 100 000. Einwohnerin oder Einwohner und damit das Label «Grossstadt». Nach Hochrechnungen wäre die Zahl in der ersten Jahreshälfte 2008 erreicht worden.

Damit ist nichts: Der Zeitpunkt muss nach hinten verschoben werden, wie Stadtpräsident Ernst Wohlwend in der Fragestunde des Grossen Gemeinderats vom Montagabend bekannt gab.

Der 100 000. Einwohner sei erst zwischen August und Oktober zu erwarten. Die Angabe sei ohne Gewähr, fügte Wohlwend an. Der Grund für die Verzögerung sei der verlangsamte Wohnungsbau im ersten Quartal.

Keine Blumen für Lokalmedien

Empfangen werde die ersehnte Person mit Freude und sicher einem Blumenstrauss, sagte Wohlwend. Die Projektgruppe «100 000» bereitet die Aktivitäten vor: Winterthur will zu diesem Anlass landesweit auf sich aufmerksam machen und an Profil gewinnen.

Dazu setzt die Stadtregierung vor allem auf die überregionalen Medien. Bei den Lokalmedien nämlich herrschten offenbar da und dort Vorurteile gegenüber der Entwicklung hin zur Grossstadt, bemängelte der Stadtpräsident. Dabei sollte das Ereignis freudig angegangen werden: «Der 100 000. Einwohner kommt nur einmal.»

Unattraktive Wand

Ein Thema in der Fragestunde war auch der Rathausdurchgang zwischen Marktgasse und Stadthausstrasse, der saniert wird. Dabei erhalten die vormals weissen Wände ein «billig wirkendes, aufgemaltes Mauerwerk», wie die CVP-Gemeinderätin Ursula Dolski monierte.

Yvonne Beutler (SP) fragte, wer denn auf diese «brillante» Idee gekommen sei, und wie künftig Sprayereien vermieden werden sollen. Das aufgemalte Mauerwerk sei gleichzeitig Schutz vor Sprayereien, antwortete Bauvorsteher Walter Bossert (SP).

Die Mauerimitation koste 12 000 Franken mehr als eine weisse Wand, sei aber wesentlich unattraktiver für Sprayer. Zudem müsse nach Vandalenakten nicht die ganze Wand neu gestrichen werden, sondern lediglich die betroffenen Quader.

Denkmalpflegerisch sei die Wandbemalung kein Problem. Das Rathaus sei ein überkommunales Schutzobjekt, dessen Sanierung die kantonale Denkmalpflege begleite. Zudem seien auch die weissen Wände nicht original gewesen, sagt Bossert.

(sda)

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