Winterthurer Ehepaar hat sich gestellt
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Winterthurer Ehepaar hat sich gestellt

Der Mann, der sich wegen sexuellen Missbrauchs der Stieftochter vor Gericht hätte verantworten sollen, und seine 40-jährige Frau stellten sich gestern auf einem Polizeiposten in Zürich.

Das Ehepaar aus Winterthur verschwand Ende September spurlos. Jetzt meldeten sich beiden bei der Stadtpolizei Zürich. Beide sind wohlauf. Weitere Angaben über die Hintergründe ihres Verschwindens und über den Aufenthaltsort des Paares in den vergangenen Tagen machte die Stadtpolizei nicht. Der 33-jährige Hauswart hätte am vergangenen Donnerstagmorgen vor Gericht erscheinen sollen, doch waren er und seine Frau bereits am Vorabend als vermisst gemeldet worden.

Die Anklage wirft dem 33-Jährigen vor, 2003 und 2004 seine damals 13- beziehungsweise 14-jährige Stieftochter mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Die Tatorte waren eine Wohnung in Zürich, ein Sportplatz in Winterthur und das Archiv im Keller des Winterthurer Stadthauses. Der Mann war im Juni letzten Jahres verhaftet worden und bis Anfang Oktober 2005 in Untersuchungshaft. Bei einer Hausdurchsuchung wurden DVD mit harter Pornografie sowie gewalttätigen, demütigenden Szenen sicher gestellt. Der Prozess fand in Abwesenheit des Angeklagten und unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Urteil wird auf schriftlichem Weg eröffnet.

Das in Winterthur wohnhafte Ehepaar war vor gut einem Monat mit seinem auffälligen Personenwagen ins Berner Oberland gefahren und hatte sich zuletzt in Spiez aufgehalten. Einen letzten telefonischen Kontakt mit Angehörigen gab es am Freitag, 29. September. Danach erhielten die Angehörigen einen Brief des Ehepaars, dessen Inhalt laut Polizeiangaben befürchten liess, die Eheleute könnten sich ein Leid antun. (dapd)

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