Beschwerden : Winterthurer Islamisten setzen sich zur Wehr
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Beschwerden Winterthurer Islamisten setzen sich zur Wehr

In die Fälle der angeblichen IS-Zelle aus Winterthur kommt Bewegung – und zwar vonseiten der Verteidigung.

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S. im Kampfsport-Zentrum MMA-Sunna-Gym in Winterthur.

S. im Kampfsport-Zentrum MMA-Sunna-Gym in Winterthur.

ZVG
Der  Konvertit sitzt seit Februar 2016 in Bern im Gefängnis. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Unterstützung und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vor.

Der Konvertit sitzt seit Februar 2016 in Bern im Gefängnis. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Unterstützung und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vor.

SRF
Der Eingang der An'Nur-Moschee in Winterthur: Hier sollen mehrere Schweizer Jugendliche radikalisiert worden sein.

Der Eingang der An'Nur-Moschee in Winterthur: Hier sollen mehrere Schweizer Jugendliche radikalisiert worden sein.

Keystone/Walter Bieri

Zwei der Beschuldigten wehren sich gegen Gerichtsentscheide, die zu ihren Ungunsten ausfielen. Die eine Sache betrifft den Italiener S. V.* Der 30-Jährige aus Winterthur wurde von Gefolgsleuten «Emir» genannt. Er war im Februar verhaftet worden und wird verdächtigt, den IS unterstützt zu haben – auch indem er andere Winterthurer nach Syrien schickte. S. V. bestreitet dies und will jetzt nicht noch länger im Gefängnis bleiben.

Das Zwangsmassnahmengericht Bern hat kürzlich seine Untersuchungshaft um ein halbes Jahr verlängert. Das wäre bis November. Diesen Entscheid ficht der als «Islamisten-Leitwolf» bekannt gewordene Mann an, wie sein Anwalt Stephan A. Buchli auf Anfrage sagt. S. V. war auch selber nach Syrien gereist. Umstritten ist, was er dort tat. Gemäss Bundesanwaltschaft hielt er schwer bewaffnet Wache. S. V. sagte aus, er habe nur Hilfsgüter verteilen wollen.

Am Flughafen verhaftet

Nicht nach Syrien geschafft hat es der 26-jährige A. J.*, der aus der Umgebung Winterthurs stammt. Er wurde im Juli unter anderem verurteilt, weil er einen Reiseversuch in die Türkei unternommen hatte, der am Zürcher Flughafen mit seiner Festnahme endete.

Das Bundesstrafgericht sah es als erwiesen an, dass sich A. J. dem IS anschliessen wollte. Es verurteilte ihn wegen Verstosses gegen das Al-Qaida- und IS-Verbot zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Dagegen wehrt sich A. J. nun mit einer Beschwerde beim Bundesgericht, wie Verteidiger Daniel Weber mitteilt.

An Lungenentzündung gestorben

Während der schweizerisch-libanesische Doppelbürger A. J. zwei Wochen in Untersuchungshaft verbrachte, kam der 49-jährige schweizerisch-syrischen Doppelbürgers I. K. im türkischsyrischen-Grenzgebiet ums Leben, wie die NZZ berichtet.

Seine Witwe wird in der NZZ zitiert, ihr Mann habe nicht gekämpft, sondern sei in einem Spital in der Türkei an einer Lungenentzündung gestorben.

* Namen bekannt

Übernommen von tagesanzeiger.ch/newsnet, bearbeitet von 20 Minuten

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