IS-Zelle: Winterthurer Jihad-Reisender bleibt in Haft

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IS-ZelleWinterthurer Jihad-Reisender bleibt in Haft

Dem Drahtzieher der Winterthurer Islamistenszene drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Er soll Jugendliche zu Reisen ins IS-Gebiet verleitet haben.

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Schlüsselfigur der Islamistenszene: Der «Emir von Winterthur».

Schlüsselfigur der Islamistenszene: Der «Emir von Winterthur».

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Der Winterthurer Konvertit S. sass seit Februar 2016 in Bern im Gefängnis. Die Bundesanwaltschaft warf ihm Unterstützung und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vor.

Der Winterthurer Konvertit S. sass seit Februar 2016 in Bern im Gefängnis. Die Bundesanwaltschaft warf ihm Unterstützung und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vor.

SRF
Schloss sich dem al-Qaida-Ableger Nusra Front an: Ein junger Ostschweizer mit türkischen Wurzeln, hier bei einer Koran-Verteilaktion in Oerlikon 2013.

Schloss sich dem al-Qaida-Ableger Nusra Front an: Ein junger Ostschweizer mit türkischen Wurzeln, hier bei einer Koran-Verteilaktion in Oerlikon 2013.

Keystone/SRF

Der 30-jährige Italiener S. sitzt seit Februar im Regionalgefängnis Bern. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, sich für den IS an Kampfhandlungen in Syrien beteiligt zu haben. Mitte August lief die Untersuchungshaft ab; nun hat das zuständige Zwangsmassnahmengericht die Haft bis zum 15. November verlängert, wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft mitteilt.

S. bestreitet nicht, nach Syrien gereist zu sein, wo er sich in einem Camp aufhielt. Ebenso wenig ist umstritten, dass er zum sunnitischen Islam übergetreten ist und Sympathien für das IS-Gedankengut hegt.

S. sagt aber, er habe in Syrien nur Hilfsgüter verteilen wollen. Diese Aussage tat das Bundesstrafgericht allerdings als «reine Schutzbehauptung» ab. Im Raum steht nun ein Verstoss gegen das sogenannte IS-Gesetz: Wer sich an der Terrororganisation beteiligt oder sie unterstützt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Junges Geschwisterpaar verleitet

In Winterthur gehörte S. gemäss Recherchen des Kriegsreporters Kurt Pelda zu den Drahtziehern bei der Radikalisierung von muslimischen Jugendlichen. So soll er Teenagern Handyvideos mit IS-Gesängen gezeigt haben.

Bei einem jungen Geschwisterpaar besteht laut Bundesstrafgericht eine «sehr hohe Wahrscheinlichkeit», dass S. es zur Reise ins IS-Gebiet verleitet hat. Er verkehrte in der inzwischen bekannten An'Nur-Moschee, ebenso war er in die oft kritisierte Koran-Verteilaktion «Lies!» involviert.

Übernommen von «Tages-Anzeiger» und bearbeitet von 20 Minuten.

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