Aktualisiert 08.09.2009 11:49

BefragungWinterthurer lieben ihre Stadt trotz vielen Autos

Die Winterthurerinnen und Winterthurer leben gerne in ihrer Stadt. In einer Umfrage beurteilen 84 Prozent die Lebensqualität als «gut bis sehr gut», das sind sechs Prozent mehr als in der letzten Umfrage vor zwei Jahren.

75 Prozent der Befragten leben denn auch «sehr gerne» in der zweitgrössten Stadt des Kantons Zürich, 23 Prozent immerhin noch «eher gerne». Richtig unzufrieden sind wenige: Nur zwei Prozent geben an, «nicht gerne» dort zu leben.

Dies geht aus der Bevölkerungsbefragung der Stadt Winterthur hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Das Institut Demoscope befragte dazu 1057 Winterthurerinnen und Winterthurer ab 18 Jahren.

Besonders gute Noten erhalten der öffentliche Verkehr, das Kulturangebot sowie die Aus- und Weiterbildungsangebote. Bemängelt wird jedoch in erster Linie die Entwicklung des Privatverkehrs.

Wie Stadtpräsident Ernst Wohlwend auf Anfrage erklärte, seien die Autos vor allem in den autobahnnahen Quartieren Grüze und Oberwinterthur ein Problem. Ohne neues Gesamtverkehrskonzept lasse sich dieses jedoch nicht lösen.

Dreckige Bushaltestellen, zu wenig Wohnungen

Unzufrieden sind die Winterthurer auch mit der Sauberkeit ihrer Stadt, vor allem was den Abfall bei Bushaltestellen und Schmierereien an Hauswänden betrifft. Dieses Problem sei erkannt, sagte Wohlwend weiter. «Wir haben beschlossen, zusätzliches Reinigungspersonal anzustellen.»

Sorgen bereitet den Winterthurern zudem der Wohnungsmangel. In den letzten Jahren habe es in der Stadt zwar enorm viele neue Wohnungen gegeben, sagte Wohlwend weiter. «Mit dem starken Bevölkerungswachstum kann die Bautätigkeit aber nicht mithalten.» Der Leerwohnungsbestand beträgt gegenwärtig 0,4 Prozent.

2008 hat die Winterthurer Bevölkerung um 1671 Personen zugenommen, dies entspricht einem Wachstum von 1,7 Prozent.

Zürcher sind noch zufriedener

Trotz guter Umfrageergebnisse belegt Winterthur im Kanton Zürich aber nur den zweiten Rang. Am glücklichsten sind nach wie vor die Zürcher. Dort gaben ganze 98 Prozent der Befragten an, «sehr gerne» oder «gerne» in ihrer Stadt zu leben. Die Ergebnisse wurden letzte Woche veröffentlicht.

Ein Vergleich zeigt jedoch, dass die Probleme in beiden Städten in etwa die selben sind: Auch die Zürcher bemängeln den starken Autoverkehr und den Wohnungsmangel. Der herumliegende Abfall stellt für viele Zürcher dagegen kein grosses Ärgernis mehr dar. Sie ärgern sich nun häufiger über die zahlreichen Baustellen. (sda)

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