Aktualisiert 27.10.2006 13:52

Winterzeit: Der Sonntag dauert 25 Stunden

Weil die Uhren am Sonntag um 3.00 Uhr Sommerzeit um eine Stunde zurückgedreht werden, findet die Stunde zwischen 2.00 und 3.00 Uhr zwei Mal statt.

Konkrete Spuren hinterlässt die Umstellungsstunde nach Angaben des Bundesamtes für Metrologie (METAS) in den Geburtenregistern: Kommt ein Kind am Sonntag (29. Oktober) um 02.25Uhr mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) zur Welt, wird die Geburtszeit mit 02.25A vermerkt.

Ein eine Stunde später - nach der Umstellung auf die Winterzeit (mitteleuropäische Zeit, MEZ) - geborenes Kind wird dann mit der Geburtszeit 02.25B eingetragen. Diese Kennzeichnung der doppelt erscheinenden Stunde ist in der Sommerzeitverordnung aus dem Jahr 1984 festgehalten.

Züge fahren zwei Mal

Auch auf den Bahnbetrieb hat die 25. Stunde des kommenden Sonntags Auswirkungen, nach Angaben der SBB für rund 20 Züge. In der Region Zürich werden zehn S-Bahn-Nachtzüge, die nach 3.00 Uhr verkehren, doppelt geführt. Sie fahren einmal nach Sommer- und danach noch einmal nach Winterzeit.

Regionalzüge, die während der Zeitumstellung unterwegs sind, fahren nach Sommerzeit-Fahrplan bis ans Ziel. Internationale Züge müssen in einem Bahnhof warten, bis die überzählige Stunde vorbei ist. Die Umstellung der Bahnhofsuhren erfolgt über eine zentrale Steuerung, nach Angaben der SBB seit Jahren ohne Probleme.

Wie in den meisten europäischen Ländern beginnt in der Schweiz am 25. März 2007 wieder die Sommerzeit. Dann werden die Uhren um 2.00 Uhr in der Nacht um eine Stunde vorgestellt - die Stunde, die am Sonntag überzählig ist, wird dann fehlen.

Gegen den Willen des Volkes

In der Schweiz werden die Uhren seit 1981 auf Sommerzeit umgestellt, dies im Rahmen einer Anpassung an Europa. Das Stimmvolk hatte sich in einer Volksabstimmung im Mai 1978 nämlich noch gegen die Sommerzeit ausgesprochen; 1980 hatte die Schweiz die Uhren im Gegensatz zu den Nachbarländern noch nicht umgestellt.

Offenbar gewöhnten sich die Schweizer ab 1981 rasch an die Zeitumstellung. Eine von der SVP Kanton Zürich - damals präsidiert von Bundesrat Christoph Blocher - lancierte Volksinitiative zur Abschaffung der Sommerzeit scheiterte Anfang der achtziger Jahre. Die nötigen 100 000 Unterschriften kamen nicht zusammen.

Die Sommerzeit gab es in der Schweiz auch in den Kriegsjahren 1941 und 1942. Damals wurden die Uhren Anfang Mai um eine Stunde vor- und Anfang Oktober wieder um eine Stunde zurückgestellt.

(sda)

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