Aktualisiert 09.06.2011 12:39

High-Tech aus der Schweiz

Winzling steuert Stromnetz einer ganzen Stadt

Wissenschaftler der ETH Lausanne haben einen hauchdünnen Computer-Chip entwickelt, der blitzschnell auf Stromausfälle reagiert.

Er findet Lösungen, bevor überhaupt ein Problem aufgetreten ist: Forscher der ETH Lausanne haben einen Chip entwickelt, mit dem sich das Stromnetz einer ganzen Stadt steuern lässt. Die Wissenschaftler um Maher Kayal vom Labor für Elektronik hätten ein erstes Exemplar des nur vier Millimeter dicken Chips eben fertig gestellt, berichtete die EPFL am Donnerstag auf ihrer Webseite. Bis in etwa fünf Jahren könne das Bauteilchen einsatzbereit sein. In einem auf YouTube veröffentlichten Film erklärt Kayal die revolutionäre Technologie.

Das Gerätchen erkennt zum Beispiel, wenn in einem Generator Probleme auftreten oder Stromausfälle drohen und kann praktisch in Echtzeit auf diese Störungen reagieren. Tausende Szenarien könnten damit durchgerechnet und die besten Lösungen gefunden werden, bevor überhaupt ein Problem aufgetreten sei.

Patent beantragt

Ein grosser Vorteil des neuen Chips sei es, dass sich damit erneuerbare Energien einfacher nutzen liessen, sagte Kayal. Die Leistungen von Wind- oder Solarenergie schwanken nämlich stärker als zum Beispiel jene aus Atomkraftwerken. Das erfordert eine bessere, raschere Planung.

Die Entwicklung wurde zum Teil vom Energietechnikkonzern ABB finanziert. ABB hat bereits ein Patent beantragt für das neue Konzept. Noch in diesem Jahr soll ein erster Test unter realen Bedingungen beginnen: Ein Doktorand Kayals wird den Chip in Al Hamra, einer Kleinstadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten testen. (sda)

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