Fahrende illegal in Belp BE - «Wir als Gemeinde werden bestraft»
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Fahrende illegal in Belp BE«Wir als Gemeinde werden bestraft»

Seit Sonntag halten sich Fahrende erneut ohne Bewilligung in Belp auf. Letztes Mal zeigten sich Gemeinde und Flughafen kulant – dieses Mal gilt Nulltoleranz.

von
Zoé Stoller
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Fahrende haben sich derzeit in Belp niedergelassen, unter anderem auf dem Flughafenareal. 

Fahrende haben sich derzeit in Belp niedergelassen, unter anderem auf dem Flughafenareal.

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Die Ultimaten von Gemeinde und Flughafen, wonach die insgesamt rund 50 Gespanne bis Montagabend hätten weichen sollen, liess die Gruppe aus Frankreich verstreichen.

Die Ultimaten von Gemeinde und Flughafen, wonach die insgesamt rund 50 Gespanne bis Montagabend hätten weichen sollen, liess die Gruppe aus Frankreich verstreichen.

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Sowohl die Gemeinde als auch der Flughafen beschreiten nun den Rechtsweg und beantragen eine richterliche Verfügung.

Sowohl die Gemeinde als auch der Flughafen beschreiten nun den Rechtsweg und beantragen eine richterliche Verfügung.

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Darum gehts

  • Seit Sonntag besetzen Fahrende Parkplätze des Flughafens und der Badi Belp.

  • Selbst nach dem Ultimatum des Flughafens und des Gemeindepräsidenten sind die Fahrenden am Dienstag noch immer nicht abgerückt.

  • Nun wird versucht, den Platz mittels Polizei zu räumen.

  • Die Fahrenden ihrerseits sind enttäuscht und wütend über die mangelnde Gastfreundschaft.

Seit Sonntag besetzen Fahrende illegal zwei Parkplätze auf und neben dem Flughafen Belp. Die Ultimaten von Gemeinde und Flughafen, wonach die insgesamt rund 50 Gespanne bis Montagabend hätten weichen sollen, liess die Gruppe aus Frankreich verstreichen – am Dienstag war sie noch immer vor Ort.

Die Gemeinde beantragt nun eine Verfügung, damit die Polizei den Parkplatz bei der Badi Giessenbach räumen könne, erklärt Marti gegenüber 20 Minuten. Dies werde aber eine Weile dauern. Deswegen werde man unterdessen täglich Druck machen und den Fahrenden «Signale senden, dass sie nicht willkommen sind». Konkreter wollte Marti nicht werden.

Vereinbarung nicht eingehalten

In Absprache mit der Gemeinde Belp hat auch der Flughafen Bern beschlossen, den Rechtsweg zu beschreiten und eine richterliche Verfügung zu erwirken. Laut Sprecher José González suchte man am Sonntagnachmittag das Gespräch mit den Fahrenden: «Es kam zu einer mündlichen Vereinbarung betreffend der maximalen Anzahl Wohnwagen, die jedoch von den Fahrenden nicht eingehalten wurde.»

Bereits in den vergangenen Monaten hatten sich Fahrende in Belp aufgehalten: Ende Mai auf dem Areal beim Giessenbad, Ende Juni auf dem Parkplatz des Flughafens. «Nachdem unsere Gemeinde beim letzten Mal Verständnis gezeigt hat, werden wir nun bestraft», sagt Gemeindepräsident Marti. Es sei nicht zumutbar, dass der Platz vor der Badi Giessenbad nun ein zweites Mal und ohne Absprache besetzt werde.

«Ihr seid alles Rassisten»

Auch Flughafensprecher González betont, dass man die Fahrenden im Juni – vor der Ferienzeit und in Anbetracht der Hospitalisierung eines Familienmitgliedes – für einige Tage auf dem Areal akzeptiert hatte. Nun aber sei die Situation «insofern hinderlich, weil auf dem Parkplatz mehrere Fahrzeuge von Passagieren parkiert sind und die Ausfahrt phasenweise blockiert ist». Während der Sommermonate und insbesondere zur Schulferienzeit sei der Flughafen auf die Parkplätze angewiesen.

Die Fahrenden wollten sich zur konkreten Situation nicht äussern. Sie behaupteten lediglich, einige Mitglieder der Gruppe seien krank, sodass sie die Reise bisher nicht hätten fortführen können. Am Mittwoch nun würden sie trotz allem abreisen. Weiter machten sie geltend, dass es in der Schweiz kaum Standplätze gebe und sie sich hier nicht willkommen fühlten. Die Journalistin wurde schliesslich mit den Worten «Ihr seid alles Rassisten!» des Platzes verwiesen.

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