Zuckerrüben-Transporte: «Wir Bauern stehen leider oft in der Kritik»
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Zuckerrüben-Transporte«Wir Bauern stehen leider oft in der Kritik»

In einem Facebook-Post hat Bauer Nico Bachmann die Autofahrer um Verständnis für Zuckerrüben-Transporteure gebeten. 20 Minuten hat ihn begleitet.

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maw

Hier siehst du, wie die Zuckerrüben verladen, geliefert und geprüft werden. (Video: maw)

Nico Bachmann arbeitet als Landwirt und musste auch am 26. Dezember auf den Traktor steigen, um Zuckerrüben in die Zuckerfabrik in Frauenfeld zu bringen. Vorgängig hatte der 24-Jährige auf Facebook eine Entschuldigung an alle Autofahrer gepostet, die sich hinter seinem Traktor würden einreihen müssen. «Einige werden sich darüber aufregen, was ich auch verstehe, denn es ist ein Heiliger Sonntag», schrieb Bachmann in seinem Facebook-Beitrag.

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Da die Bauern in der Region um Frauenfeld TG auch am 26. Dezember mit den Traktoren unterwegs sein müssen, entschuldigt sich einer der Landwirte auf Facebook bei den Autofahrern.

Da die Bauern in der Region um Frauenfeld TG auch am 26. Dezember mit den Traktoren unterwegs sein müssen, entschuldigt sich einer der Landwirte auf Facebook bei den Autofahrern.

Privat
Grund dafür ist, dass die Zuckerrüben auf den Feldern bereit liegen und in die Zuckerfabrik Frauenfeld geliefert werden müssen.

Grund dafür ist, dass die Zuckerrüben auf den Feldern bereit liegen und in die Zuckerfabrik Frauenfeld geliefert werden müssen.

maw
Die Anlieferung sei sehr wetterabhängig und kann deshalb nicht aufgeschoben werden.

Die Anlieferung sei sehr wetterabhängig und kann deshalb nicht aufgeschoben werden.

Keystone/Christian Beutler

Bei einer Fahrt im Traktor mit den zwei grossen Anhängern gilt Höchstgeschwindigkeit 40 km/h. Dieses Jahr war es am Stephanstag auf den Strassen um Frauenfeld ruhig. Bei einer Fahrt von einem Feld zur Fabrik begleitete 20 Minuten den Landwirt. Gefährliche Überholmanöver von ungeduldigen Autofahrern blieben aus. Die Autofahrer scheinen Verständnis zu haben für die Fahrten – auch am Feiertag.

Bereits die Leser von 20 Minuten waren mehrheitlich verständnisvoll. «Ich habe keine Probleme damit und danke für eure Arbeit, die leider viel zu wenig geschätzt wird», war etwa einer der Kommentare. Ein weiterer weist die Leser darauf hin, dass man immer bedenken soll, wo das Essen herkommt. Nöldi schreibt, dass die Fahrten an den Festtagen völlig in Ordnung seien, fordert aber die Landwirte dazu auf, für nachfolgende Autos Platz zu machen. «Dazu seid ihr gesetzlich verpflichtet.»

Ärger mit Fussgänger

Nico Bachman versteht diese Aufforderung und sagt, dass er dies wenn möglich mache. Es brauche aber auch den richtigen Platz dafür. Über die vorwiegend positiven Rückmeldungen zu seinem Post sagt er: «Ich bin froh, dass dieses Thema auf offene Ohren gestossen ist, denn wir Bauern stehen leider oft in Kritik.»

Die diesjährige Zuckerrüben-Kampagne sei jedoch friedlich verlaufen. Bachmann mag sich lediglich an eine unfreundliche Begegnung mit einem Fussgänger erinnern, der sich gestört fühlte, als er an einer ungünstigen Stelle seinen Traktor habe wenden müssen. Das sei aber auch schon alles gewesen.

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