Hundesäckli stinken : «Wir bringen auch keine Windeln raus und werfen sie in die Güselkübel»

Aktualisiert

Hundesäckli stinken «Wir bringen auch keine Windeln raus und werfen sie in die Güselkübel»

Ein Luzerner GLP-Kantonsrat ärgert sich über den Gestank der entsorgten Hundesäckli vor seiner Haustüre. Eine seiner Lösungen: Die Hundehalter sollen ihre Säckli daheim entsorgen.  Die Stadt kontert, dass dort viel Hausmüll entsorgt wird. 

von
Daniela Gigor
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Dieser Güselkübel stinkt GLP-Kantonsrat Andras Özvegyi gewaltig. 

Dieser Güselkübel stinkt GLP-Kantonsrat Andras Özvegyi gewaltig. 

Privat 
GLP-Kantonsrat Andras Özvegyi. 

GLP-Kantonsrat Andras Özvegyi. 

Privat 
Özvegyis Wunsch wäre, dass der Kübel an die Glasentsorgungsstelle an die Werkhofstrasse verlegt wird. 

Özvegyis Wunsch wäre, dass der Kübel an die Glasentsorgungsstelle an die Werkhofstrasse verlegt wird. 

Privat 

Darum gehts

  • Ein Güselkübel vor der Haustüre stinkt einem Luzerner Kantonsrat gewaltig, weil die entsorgten Hundesäckli schlechte Gerüche abgeben. 

  • Er wünscht sich eine andere Lösung. Am liebsten wäre ihm eine Versetzung des Kübels. 

  • Laut der Stadt sind aber nicht die Hundesäckli das Problem der vollen Güselkübel, sondern illegal entsorgter Hausmüll. 

  • Vielleicht gibt es ein Happy End: Der zuständige Ressortleiter bei der Stadt will eine mögliche Versetzung des Kübels mit seinen Leuten vor Ort besprechen. 

Dem Luzerner GLP-Kantonsrat Andras Özvegyi stinkts gewaltig: Der Grund ist in einem Abfalleimer zu finden, der in der Stadt Luzern direkt vor seiner Haustüre montiert wurde. In einem Facebook-Post schreibt Özvegyi: «Liebe Stadt, wir müssen reden. Das geht doch so nicht.» Jeden Samstag, wenn der Grünliberale aus dem Haus gehe, frische Luft einatmen wolle und jubelnd ins Wochenende blicke, steche ihm ein stinkender Geruch in die Nase, der von unzähligen gefüllten und geschlossenen Hundesäckli hindurch in seine Nase steige. Die Säckli werden laut Özvegyi aber nicht nur im dafür bereitgestellten Robidog entsorgt, sondern auch auf dem benachbarten Stromkasten oder auf dem Boden deponiert, wenn der Robidog überquillt.

«Es stören sich viele an diesem Bild mitten in der Siedlung, wo sich Wege kreuzen. Im Sommer haben wir den Gestank und den Anblick gibt es das ganze Jahr über. Mich persönlich stören eigentlich die Halter, die die Säckli neben den Güselkübel legen, weil sie zu wenig Gefühl für Menschen zeigen, die keine Hunde haben», sagt Özvegyi und ergänzt: «Wir bringen ja auch keine Babywindeln raus und werfen sie in die Güselkübel.» Er findet, dass Hundehalterinnen und Hundehalter ihre Säckli zu Hause entsorgen oder die Stadt den Mülleimer an die Werkstrasse verlegen soll. Özvegyi, der mit der Hundehaltung in der Stadt nichts anfangen kann, graust sich auch davor, dass etwa Pizza-Kuriere ihre Schachteln auf dem Stromkasten deponieren, wenn dieser denn nicht gerade als Hundesäcklidepot benützt wird.

Hauptproblem ist laut der Stadt illegal entsorgter Hausmüll

Das Problem ist Florian Aschbacher, Ressortleiter Betrieb und Strassenunterhalt Stadt Luzern, bekannt, wie er auf Anfrage bestätigt. Beim grünen Behälter handelt es sich allerdings nicht um einen Robidog, sondern um einen grünen Abfalleimer älteren Datums. Dieser wurde dort platziert, weil gleichzeitig auch ein Säcklispender integriert ist. «Dieser Spender war ausschlaggebend, dass dieser Behälter für die Hündeler dort steht», sagt Aschbacher. Hauptproblem ist laut ihm aber illegal entsorgter Hausmüll. Zur Idee von Özvegyi, dass Hündeler ihre Säckli mit nach Hause nehmen und dort entsorgen sollen, sagt Aschbacher: «Genau dafür sind die  Güselkübel gedacht, dass die Säckli dort entsorgt werden, und nicht, dass Anwohner den Güsel von zu Hause mitnehmen und dort entsorgen.»

Aschbacher sagt ausserdem, dass der betroffene Güselkübel im Sommer täglich geleert wird, inklusive Sonntag. In einem Punkt macht er Özvegyi aber bestimmt eine vorweihnächtliche Freude: «Wir überlegen uns, diesen Güselkübel vor dem Haus an einem anderen Standort zu montieren. Dies möchte ich aber mit den Mitarbeitern vor Ort besprechen und entscheiden.» 

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