Renato Steffen: «Wir dürfen mit breiter Brust nach Sevilla reisen»
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Renato Steffen«Wir dürfen mit breiter Brust nach Sevilla reisen»

«Die Chancenauswertung war der einzige Wermutstropfen», sagte FCB-Trainer Urs Fischer nach dem 0:0 gegen Sevilla im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League.

von
Eva Tedesco

Renato Steffen zur Ausgangslage für das Rückspiel im Achtelfinal der Europa League gegen Sevilla. (Video: 20 Minuten)

Atemlos bleibt der Zuschauer nach intensiven 90 Minuten im Joggeli auf der Tribüne zurück. Staunend über eine starke Leistung der Bebbi im Europacup gegen den immerhin Tabellen-Fünften der Primera División. Und auch etwas wehmütig. Denn es war aus Basler Sicht das Spiel der verpassten Chancen. Mit etwas mehr Präzision und einem Hauch mehr Glück hätte Rotblau gewinnen können.

«Das ist vielleicht auch der einzige Wermutstropfen des Abends – die verpassten Chancen», sagt Urs Fischer. Der FCB-Trainer weiter: «International kommt man nicht zu so vielen Chancen. Und gerade gegen Sevilla müsste man eigentlich vorlegen, aber das 0:0 ist kein schlechtes Resultat und lässt für das Rückspiel einiges offen.»

Keine schlaflose Nacht

Vor allem die Gelegenheiten von Marc Janko (7.), der eine Massflanke von Renato Steffen nur wenige Zentimeter neben das Tor köpfte, und in der 50. Minute die Chance von Birkir Bjarnason, der aus bester Position den Ball über das Tor wuchtete, waren solche Gelegenheiten, denen man nachtrauern musste. Dabei ist der Isländer (3 Tore) ein zuverlässiger Torschütze auf internationaler Bühne, und auch der Österreicher macht solche Dinger eigentlich im Schlaf.

Eine schlaflose Nacht wird Janko deshalb nicht haben, wie er nach dem Spiel sagte. «Ich hätte es auch lieber gehabt, wenn mein Ball oder der von Birkir reingegangen wäre, aber es bringt nichts, zu hadern oder zu zweifeln.» Doch auch dem Stürmer ist klar, dass der FCB eine gute Möglichkeit verpasst hat, vorzulegen. «Das macht die Sache im Rückspiel nicht einfacher und könnte noch wehtun. Es wird ein schwieriger Kampf.»

Sevilla mit viel Glück

«Sevilla ist stark, sie haben gute Spieler, aber wir haben auch gezeigt, dass wir Fussball spielen können und keine Angst vor den Spaniern hatten», sagte Bjarnason, der nach seinem Handbruch vor zwei Wochen mit einer Manschette spielte. «Wir haben gute, nein, sehr gute Chancen ausgelassen, das ist schade, aber es ist halt nun einmal so. Das Resultat ist – gegen ein starkes Sevilla – okay.»

Schmerzen verspürte Bjarnason keine, und die Manschette behinderte ihn auch nicht. Wehgetan haben nur die ausgelassenen Torchancen, und deshalb wiederholte sich Bjarnason, ehe er wieder im Bauch des Joggeli verschwand: «Nicht wir sind die Glücklichen, sondern Sevilla. Sie können froh sein, dass sie hier bei uns nicht verloren haben.»

Spielerisch bestanden

Was ist das 0:0 wert? Renato Steffen: «Wichtig war, dass wir kein Gegentor bekommen haben. Schade ist aber, dass wir vorne keinen Treffer gemacht haben, denn die Chancen waren da – zumindest auf ein Tor. Es hängt halt manchmal von Details ab, ob ein Ball reingeht oder nicht.»

Trotzdem ist der Flügelspieler – er war einer der Besten auf dem Platz – zuversichtlich für das Rückspiel in einer Woche. «Im Rückspiel wird es sicher noch eine Spur schwieriger, denn wir wissen, dass sie zu Hause sehr stark sind. Wir sind auch gut in Form, und es liegt an uns, wie stark sie spielen. Ich glaube, dass wir hier ein gutes Zeugnis abgeliefert haben und mit breiter Brust nach Sevilla reisen können. Wir werden versuchen, das Spiel zu gewinnen.»

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