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Iker Casillas«Wir dürfen uns nicht überschätzen»

Mit dem Spiel gegen Spanien beginnt für die Schweiz die WM endgültig. Captain Iker Casillas stapelt tief und warnt vor Hochnäsigkeit.

von
Reto Fehr
Durban

Mit dem Europameister startet einer der ganz heissen Titelanwärter gegen die Schweiz ins Turnier. «Spanien war schon oft der Favorit und ist gescheitert. Wir haben noch nichts gewonnen, noch keine Sekunde gespielt.» So versucht Casillas die Erwartungen zu bremsen.

Doch die Aussagen sind nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Ausser der Niederlage gegen die USA am Confed-Cup sind die Iberer in den letzten Jahren unbesiegt. Ist die Mannschaft gar noch besser als beim EM-Titel 2008? «Diese Antwort werden wir spätestens am 11. Juli geben. Wir können jetzt nicht sagen, ob wir besser sind, am Ende zählen nur die Resultate.» Auch bei der WM-Hauptprobe vor einem Jahr hatte die «Furia Roja» eine grandiose Mannschaft. Aber wie erwähnt, scheiterte man damals an den Amerikanern im Halbfinale.

«Jetzt wollen wir die Früchte ernten»

Casillas gibt sich an der Pressekonferenz vor dem Spiel sichtlich Mühe, auf die Euphoriebremse zu treten. Aber immer wieder wird nicht nach dem Spiel gegen die Schweiz, sondern direkt nach dem WM-Titel gefragt. «Luis Aragonés hat vor sechs, sieben Jahren mit dem Aufbau der Mannschaft angefangen. Jetzt wollen wir die Früchte ernten», gibt er dann doch zu. Ergänzt allerdings gleich: «Man kann nicht davon ausgehen, dass wir den Titel gewinnen.»

Trotz den grossen Träumen will er sich auf die Schweiz fokussieren. Denn auch der Goalie weiss: «Manchmal gibt es Überraschungen.» Die Vergangenheit hat die Spanier immer wieder gelehrt, dass Vorschuss-Lorbeeren auf dem Platz nichts zählen, sondern das Team eher blockieren können: «Wichtig ist, dass wir den Kopf nicht verlieren und uns nicht überschätzen», weiss der Real-Keeper, welcher zuletzt auch nicht mehr ohne Kritik blieb. «Wir müssen jeden Gegner respektieren», sagt er und verweist darauf, dass die Schweiz gegen gute Teams bestehen kann und bei Standardsituationen gefährlich ist.

«Ruhe bewahren» soll der Schlüssel sein. Und ja, selbst für die momentan vielleicht beste Mannschaft der Welt gilt: «Glück werden wir sicherlich auch benötigen.» Vielleicht nicht gegen die Schweiz, aber sicher, wenn es für den Titel reichen soll.

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