Stadion Zürich: «Wir erhoffen uns eine bessere Stimmung»
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Stadion Zürich«Wir erhoffen uns eine bessere Stimmung»

Die Stadt Zürich stellt das Stadion- und Wohnbauprojekt für den neuen «Hardturm» vor. Ancillo Canepa und André Dosé sind begeistert und erhoffen sich künftig mehr Stimmung auf den Rängen.

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Ankick im neuen Zürcher Hardturm-Stadion, dem künftigen Stadion Zürich, ist im Juli 2017 - falls alles nach den Plänen des Stadtrats läuft. Nächstes Jahr müssen aber erst Stadtparlament und Stimmberechtigte über die nötigen Kredite befinden.

Nach jahrelangem Gezerre nimmt das Stadion Zürich nun konkrete Formen an. Am Mittwoch präsentierte der Stadtrat das Siegerprojekt des Wettbewerbs mit dem Namen «Hypodrom». Vorgesehen ist der Bau eines Stadions für den FC Zürich und den Grasshopper Club. Das geplante Stadion bietet maximal 19 500 Plätze - einschliesslich Stehplätze. Für internationale Spiele müssen diese in Sitzplätze umgewandelt werden, was das Fassungsvermögen des Stadions auf 16 000 verringert.

Ancillo Canepa und André Dosé sind begeistert vom geplanten Stadion. «Das Projekt ist eine sehr gute Wahl. Dadurch bekommen wir mehr Zuschauer und wir werden attraktiver», so Dosé an der Medienorientierung am Mittwochmittag. Auch Canepa rechnet bei Heimspielen seines FCZ mit mehr Publikum. «In einem reinen Fussballstadion herrscht eine ganz andere Stimmung. Ich denke ein Schnitt von 15 000 Zuschauern pro Spiel ist realistisch.»

«Stadiongrösse wurde kritisiert»

Die Kapazität spielte bei der Planung keine unwichtige Rolle. «Die geringe Stadiongrösse wurde während der Projektrealisierung immer wieder kritisiert», erklärt Gerold Lauber, Vorsteher des Schul- und Sportdepartements der Stadt Zürich. «Aber sehen Sie: Das Letzigrund ist grösser und es ist nicht immer ausverkauft. Es ist sinnvoller so und eine faire Grösse für Zürich», unterstreicht Lauber.

Der Stadionneubau kommt auf 150 Millionen Franken zu stehen. Dazu kommen insgesamt rund 80 Millionen zusätzlicher Kosten, etwa für das Land oder den Abbruch bestehender Bauten und dergleichen. Neben dem Stadion baut die Stadt eine Wohnsiedlung mit 154 bezahlbaren Wohnungen und verschiedenen Infrastruktureinrichtungen.

Klubs erhoffen sich mehr Einnahmen

Nicht nur in der Anzahl der Zuschauer sieht Canepa eine zusätzliche Einnahmequelle. «Mit dem neuen Stadion können wir auch sonst mehr Geld einnehmen. Etwa mit dem Catering oder den VIP-Plätzen.» Gespart werden kann ebenfalls: «Wir müssten nicht mehr so viel für die Sicherheit ausgeben.» Derzeit bezahlen die beiden Klubs im Letzigrund jährlich rund 840 000 Franken für Sicherheitskosten.

Auch Dosé zeigt sich über die Sicherheitsvorkehrungen in einem reinen Fussballstadion erfreut. «Es muss das Ziel sein, dass Familien ungestört und mit einem grossen Sicherheitsgefühl ins Stadion können, um Fussball zu schauen. Das ist und war nicht immer so. Wir werden das Projekt sehr, sehr unterstützen.»

«Die Bagger können morgen noch nicht auffahren»

Doch vorerst ist das vorgestellte Projekt «nur der Wettbewerbssieger», unterstreicht Stadtrat André Odermatt, Vorstehender des Hochbaudepartements, und tritt damit auf die Euphoriebremse. «Die Bagger können morgen noch nicht auffahren.» Will heissen: Der wichtigste Schritt - die Annahme des Stadionprojektes mit einem JA der Zürcherinnen und Zürcher an der Urne - erfolgt in rund einem Jahr am 23. September 2013.

Nicht nur der Fussball kehrt ins Hardturm-Areal zurück. Das ganze Gebiet Zürich-West wird durch die beiden Projekte belebter: 154 Wohnungen, einen Doppelkindergarten und einen Hort sowie Gemeinschafts- und Gewerberäume will die Stadt neben dem Stadion erstellen. «Die Wohnsiedlung ist aber nur möglich, wenn das Stadionprojekt angenommen wird», unterstreicht Martin Vollenwyder vom Finanzdepartement. (als/si)

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