Food-Trend-Studie: Wir ernähren uns immer gesünder und bewusster
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Food-Trend-StudieWir ernähren uns immer gesünder und bewusster

Schweizer wissen immer mehr übers Essen und legen immer mehr Wert auf gute Ernährung – zu Hause, im Restaurant, unterwegs. Das zeigt der neuste «European Food Trends Report».

von
hal

Lange hiess es: Hauptsache schnell. Doch das hat sich deutlich geändert. Heute ernähren sich die Schweizer besser und bewusster. Sie kochen gesünder und schauen selbst bei Fast Food auf Frische, Bio und Herkunft.

Grund dafür sind einerseits die Lebensmittelskandale von Ehec-Gurken bis Pferdefleisch-Lasagne, die das Vertrauen in die Food-Industrie erschüttert haben. Als Folge davon sind die Konsumenten heute kompetenter denn je und haben sich Food-Skills angeeignet. Das sagt das Gottlieb Duttweiler Institute (GDI), das am Mittwoch den «European Food Trends Reports» präsentierte.

Studienautorin Mirjam Hauser spricht von einer «kleinen Revolution»: «Die Konsumenten emanzipieren sich von den Anbietern der Food-Industrie. Sie wissen, welche Nahrungsmittel sie wo kaufen und essen wollen.» Das zeigt auch der Low-Carb-Trend oder der Fakt, dass wir letztes Jahr weniger, dafür qualitativ besseres Fleisch gegessen haben.

Männer-Köche ernten Lob

Kommt hinzu: Wer viel über Herkunft und Zubereitungsarten seines Essens weiss, gewinnt an gesellschaftlichem Ansehen. Dabei geht es laut GDI nicht darum, elitär über Wein zu fachsimpeln. Vielmehr könne sich heute jeder so gut informieren, dass er ein Kenner wird. Gerade Männer kochten gerne und machten eine Show daraus, zitieren die Forscher Eat-Designer Marije Vogelzang. «Sie holen coole Gadgets hervor und bekommen dafür viel Anerkennung.» Diesen Trend beobachten auch Profi-Gastronomen.

Für die Food-Anbieter birgt das laut GDI grosse Herausforderungen: Im Restaurant wünschen sich die Kunden nicht mehr nur ein nettes Ambiente, sondern «Gastgeber, die sich mit der Herkunft des Essens auseinandersetzen und Traditionelles modern und experimentierfreudig zuzubereiten wissen».

Frisches statt Fettiges

Dasselbe gelte für die Personalrestaurants und Mensas: Statt Bratwurst mit Rösti müssten diese heute eine kulinarische Auswahl anbieten – inklusive Vegi-Buffet und eine lebendige, wohnliche Raumgestaltung. Das zeigt sich auch in der Forderung nach Vegi-Tagen in der Mensa. Allerdings geht der Wandel hier nur schleppend voran: Das meistverkaufte Kantinen-Essen in der Schweiz war 2012 gemäss SV Group immer noch Schnitzel mit Pommes frites, gefolgt von Cordon bleu und Spaghetti Bolognese.

Auch unterwegs essen wir heute laut GDI-Studie Besseres als lampige Sandwiches und fettigen Fingerfood: An Flughäfen und Bahnhöfen werde immer mehr «Frische, Bio, Saisonalität und Regionalität» angeboten. Neue Läden wie Vapiano oder Not Guilty setzen hier McDonald's & Co. unter Druck.

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