Basler Gesundheits-Fusion: «Wir erwarten eine Kostensenkung»
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Basler Gesundheits-Fusion«Wir erwarten eine Kostensenkung»

Zahlt sich die Zusammenlegung der Spitäler beider Basel für den Bürger aus? Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) nimmt im Interview Stellung.

von
lha
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Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) erhofft sich Kostenersparnisse durch die Spitälerzusammenlegung. Davon sollen auch die Prämienzahler profitieren.

Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) erhofft sich Kostenersparnisse durch die Spitälerzusammenlegung. Davon sollen auch die Prämienzahler profitieren.

Keystone/Georgios Kefalas
Das Klinikum 1 des Basler Universitätsspitals. Im grössten Spital der Region stehen gewaltige Investitionen bevor. Das Klinikum 2 soll neu gebaut werden, was bis zu 900 Mio. Fr. kostet.

Das Klinikum 1 des Basler Universitätsspitals. Im grössten Spital der Region stehen gewaltige Investitionen bevor. Das Klinikum 2 soll neu gebaut werden, was bis zu 900 Mio. Fr. kostet.

Keystone/Georgios Kefalas
Der Hauptsitz der Kantonsspitäler Baselland in Liestal. Die Baselbieter Spitalgruppe ist auf drei Standorte verteilt und teuer. Die stetig wachsenden Kosten bereiten der Baselbieter Regierung seit Jahren Sorgen.

Der Hauptsitz der Kantonsspitäler Baselland in Liestal. Die Baselbieter Spitalgruppe ist auf drei Standorte verteilt und teuer. Die stetig wachsenden Kosten bereiten der Baselbieter Regierung seit Jahren Sorgen.

ksbl

Herr Engelberger, die Kantonsspitäler beider Basel sollen zu einer Spitalgruppe zusammengefasst werden. Welche Folgen hat das für die Behandlungsqualität und die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung beider Kantone?

Engelberger: Wir erwarten, dass wir die Behandlungsqualität verbessern können. Es werden Schwerpunkte gebildet, so dass die Spitäler sich mehr spezialisieren. Trotzdem werden wir weiterhin eine wohnortsnahe Versorgung gewährleisten. Wir erwarten damit verbunden auch eine Kostensenkung. Gerade weil vermehrt auf den ambulanten Bereich gesetzt wird und wir auf dem Bruderholz das stationäre Angebot abbauen, dort dafür aber eine Tagesklinik für operative Eingriffe gründen. Das ist auch patientenfreundlicher, weil der Aufenthalt kürzer wird.

Die öffentliche Hand erhofft sich von diesem Schritt Kostenersparnisse. Inwiefern wird der Beitragszahler von der Zusammenlegung profitieren?

Wenn die Gesamtkosten im System weniger stark anwachsen oder sich stabilisieren, geschieht dies auch mit den Krankenkassenprämien. Gerade im ambulanten Bereich ist noch viel Potential vorhanden. Wir werden uns auch auf Bundesebene in die Diskussion einbringen, damit ambulante Behandlungen gleich wie stationäre vergütet werden. Das hätte dann einen direkten Effekt auf die Prämien.

Was bedeutet die gemeinsame Spitalplanung für die Spitzenmedizin in der Region Basel?

Das ist ein weiterer Vorteil. Wir können uns in der Hochschul- und Spitzenmedizin stärker positionieren, wenn wir Schwerpunkte bilden und Fallzahlen zusammennehmen können. Es ist durchaus möglich, dass es eine Schwerpunkteaufteilung geben wird. Da sind wir aber noch ganz am Anfang. Das Projekt hat noch eine fünfjährige Umsetzungsphase vor sich. Man kann davon ausgehen, dass es ein stationäres Grundangebot in Basel und Liestal geben wird und die weiteren Spezialisierungen sich dann verteilen werden. Die bestehenden Stärken bilden dazu den Ausgangspunkt.

Wird man auch in Zukunft die freie Wahl des Behandlungsorts haben?

Ja. Das ist auch die Vorgabe des Bundeskrankenversicherungsgesetzes.

Werden die Massnahmen auch mit einem Abbau von Arbeitsplätzen einhergehen?

Davon gehen wir nicht aus. Langfristig wird der Personalbedarf weniger stark wachsen. Das Spitalwesen ist aber generell ein Wachstumsbereich. Wer im Spital arbeitet, wird auch im neuen System eine Rolle haben. Wir gehen also nicht von Entlassungen aus.

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