Ebola-Impfstudie: «Wir erwarten keine argen Nebenwirkungen»
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Ebola-Impfstudie«Wir erwarten keine argen Nebenwirkungen»

Noch immer ist Ebola nicht unter Kontrolle. Nun wird in Lausanne ein experimenteller Impfstoff getestet. Bereits Anfang 2015 soll er Hilfskräfte in Afrika schützen.

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Rund 5000 Tote und mehr als 10'000 Infizierte – so lautet die Bilanz der aktuellen Ebola-Epidemie. Schnelles Handeln ist gefragt. Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) kündigte vergangene Woche an, dass in Westafrika schon im Dezember erste Impfstudien starten sollen.

Auch in der Schweiz wurde jetzt grünes Licht für eine solche Testreihe gegeben. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat das Gesuch für eine entsprechende Studie am Universitätsspital Lausanne (CHUV) genehmigt.

Besonders heikles Gesuch

Das Bewilligungsverfahren war besonders aufwändig. Zwar ist der Impfstoff, der auf einem gentechnisch veränderten Schimpansen-Adenovirus (Zaire Ebola Chimpanzee Adenovirus, cAd3-EBO-Z) beruht, zuvor bereits in England, den USA und in Mali an Menschen getestet worden. Doch der Impfstoff gilt als genetisch veränderter Organismus, weil er auf einem Virus basiert, dem ein Gen des Ebola-Erregers implantiert wurde. So musste das Gesuch nicht nur von Swissmedic, sondern zusätzlich vom Bundesamt für Gesundheit, dem Bundesamt für Umwelt und der Eidgenössischen Fachkommission für biologische Sicherheit geprüft werden. So will es das Gesetz.

Dieses gibt den Verantwortlichen normalerweise 60 Tage Zeit, einen Entschluss zu fällen. Dass das Ende September eingereichte Gesuch schon jetzt bewilligt wurde, ist der besonderen Situation geschuldet, so Lukas Jaggi. Der Mediensprecher von Swissmedic sagte gegenüber 20 Minuten: «Angesichts der Tragweite der Ebola-Epidemie wurde die Prüfung natürlich prioritär behandelt.»

Forschen mit Hochdruck

Das hohe Tempo soll beibehalten werden. Die ersten der 120 Probanden werden bereits in den kommenden Tagen geimpft. Einige erhalten bloss ein Placebo. Erste Ergebnisse werden bereits in einen Monat erwartet. Studienleiter Blaise Genton vom CHUV ist zuversichtlich, dass die noch vor Weihnachten abgeschlossen sein wird.

Der Impfstoff wird zwei verschiedenen Gruppen verabreicht: Die erste wird sich in die Epidemiegebiete in Westafrika begeben, die zweite bleibt in der Schweiz. Für die erste Gruppe wurden verschiedene Hilfsorganisationen und NGOs angefragt.

Viele Freiwillige

Aus der Schweiz haben sich bereits zahlreiche Personen für die Studie angemeldet, sagte Genton am Dienstag an einer kurzfristig anberaumten Medienkonferenz.

Nach der klinischen Studie könne GlaxoSmithKline mit einer ersten Produktion des Wirkstoffs beginnen, sagte Genton. Dessen Wirkung werde danach in einer zweiten Studie in den Epidemiegebieten getestet. Später sollen die Impfstoffe dort in erster Linie denen verabreicht werden, die mit den Kranken zu tun haben.

Hier gibt es den Ticker von der Pressekonferenz zum Nachlesen:

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(fee/sda)

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