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SC Post überholt«Wir fordern ein Duell der Unsiegbaren»

Der SC Luzern hat auch sein letztes Spiel verloren und beendet die 5. Ligasaison wie Post Winterthur ohne einen einzigen Punkt. Doch «S'Drüü» gibt nicht auf – und will eine letzte Chance.

von
D. Wild

LSC 0 - Inter Altstadt 9. «S'Drüü» hat das letzte Saisonspiel verloren und dem SC Post Winterthur den letzten Rang abgelaufen.

Die letzten Sonnenstrahlen scheinen am letzten Samstag gerade noch durch die Baumkronen auf den Rasen am Fuss des Pilatus. So traumhaft die Szenerie, so hart ist die Realität: Die dritte Mannschaft des Luzerner Sportclubs, «S'Drüü», muss heute, im letzten Spiel der Saison, mindestens einen Punkt holen. Sonst ist das Team ganz unten: 5. Liga, Null Punkte, allerletzter Rang. Kein anderer, im Schweizer Fussballverband registrierter Fünftligist hat am Ende dieser Saison eine Nullpunktebilanz. Ausser der SC Post, die Unsiegbaren aus Winterthur. Das Spiel heute ist die letzte Chance für den LSC, dem unliebsamen Titel der erfolglosesten Mannschaft der Schweiz zu entgehen. Auch Spieler-Trainer Ueli Huber trägt heute das grüne Trikot und Nockenschuhe. «Für alle Fälle.»

Anpfiff. In den ersten Minuten dominieren die Grünen die Partie. Es ist kein rasantes Spiel. Luzern nimmt es gemütlich und der Gegner, Inter Altstadt, lässt das Heimteam gewähren. «Gebt Guzzi, Jungs», ruft der Coach. Doch der LSC gibt nicht Guzzi, sondern das Spiel aus der Hand: Goal für Inter in der 15. Minute. Der Torschütze schlägt ein etwas schiefes Rad, die Grünen lassen die Köpfe hängen.

In Luzern nichts Neues

«Guzzi Jungs», schreit Ueli erneut. Kaum hat er es gesagt, fällt der zweite Gegentreffer. Obwohl der Platz mittlerweile im Schatten liegt, ist es heiss. Der Schiri pfeift zur Trinkpause. «Chömid, Guzzi retour», ruft Ueli. Doch in der 35. Minute fällt ein Inter-Spieler im Strafraum des Heimteams. Penalty - also 3:0. Es ist Halbzeit, Huber muntert seine Spieler auf. «Die Tore sind machbar, Jungs.» Er hofft noch. Im Clubhaus hingegen glaubt niemand an einen Überraschungssieg der Grünen: «Du, wie viel steht eigentlich?» - «3:0. Also ja – 0:3.» - «Ah eben, wir wollen ja nichts Neues mehr anfangen, gäll.» Die zweite Halbzeit beginnt. Inter kommt in Fahrt, das 4:0 fällt eine gefühlte Millisekunde nach dem Pfiff. Gianni hats irgendwo erwischt, er humpelt vom Platz. Der Schiri kann kaum folgen.

SC Post Winterthur

Der LSC-Goalie ist frustriert: «Ich will auch mal einen halten.» Die Gegner nehmen eine Auswechslung vor, aber sie haben zu wenig Trikots. An der Seitenlinie streift sich der Ersatzspieler das klitschnasse Tenue seines Kumpels über. «Der ist im Fall neu», ruft ein Grüner. Und der schiesst auch gleich ein Tor – das fünfte. Langsam wird es dunkel. Und dann geht es schnell. In der 65. Minute fällt das 6:0, zwei Minuten später das 7:0. Einer der wenigen Zuschauer, ein älterer Mann, der bis jetzt am Zaun ausgeharrt hat, geht. Als «s'Drüü» drei neue Spieler bringt, klatscht Gianni zaghaft. Sekunden später fällt das achte Tor. «Kommt, das drehen wir noch», sagt Raphael, der Kämpfer auf dem Platz.

Sie wollen nicht unsiegbar sein

Das Drehen wird schwierig, aber die Chance für ein Ehrentor ist zum Greifen nah: Freistoss für «s'Drüü». Distanz. Gefährliche 18 Meter. Doch Gschwind knallt das Leder an die Latte. Inter kontert und trifft zum neunten Tor. «Die Schüsse kommen auch immer alle auf das Tor», verteidigt sich der Goalie. «Die Kondition halt», verteidigen sich die Spieler. Abpfiff. «Ja nu», die Tschutter schlendern davon. «Bier?». Die Tabelle sagt: «S'Drüü» hat 15 Tore erzielt und 98 Treffer kassiert. Damit sind die Grünen noch erfolgloser als der SC Post Winterthur, noch unsiegbarer als unsiegbar, ganz unten eben. Doch die Fussballer wollen sich das nicht bieten lassen. Sie wollen nicht die erfolglosesten sein. «Wir fordern ein Duell der Unsiegbaren», sagt Huber.

Wie könnte 20 Minuten Online diesen Wunsch abschlagen? Fortsetzung folgt.

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