Uznach SG: «Wir fühlen uns beklaut und verarscht»
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Uznach SG«Wir fühlen uns beklaut und verarscht»

Ein Tätowierer soll die Spenden, die er im Rahmen einer Aktion für einen Ostschweizer Tierschutzverein erwirtschaftet hat, unterschlagen haben. Der Tätowierer widerspricht.

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juu
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Der Verein Bullterrier in Not Schweiz ist sauer: Das mit Spenden gefüllte Glas kam bis heute nicht bei der Organisation an.

Der Verein Bullterrier in Not Schweiz ist sauer: Das mit Spenden gefüllte Glas kam bis heute nicht bei der Organisation an.

privat
Angefangen habe alles damit, dass sich der Tätowierer über Facebook an die Organisation wandte und helfen wollte, sagt Farrell Oeschger, Mitglied des Vereins Bullterrier in Not Schweiz

Angefangen habe alles damit, dass sich der Tätowierer über Facebook an die Organisation wandte und helfen wollte, sagt Farrell Oeschger, Mitglied des Vereins Bullterrier in Not Schweiz

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«Ich war auch da und habe mir eine kleine Tatze auf meinen Finger tätowieren lassen, es war ja schliesslich für einen guten Zweck», sagt Oeschger. Nach zwei Tagen habe ihnen der Inhaber des Tattoostudios geschrieben, dass er rund 700 Franken eingenommen habe.

«Ich war auch da und habe mir eine kleine Tatze auf meinen Finger tätowieren lassen, es war ja schliesslich für einen guten Zweck», sagt Oeschger. Nach zwei Tagen habe ihnen der Inhaber des Tattoostudios geschrieben, dass er rund 700 Franken eingenommen habe.

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«Das ist einfach eine bodenlose Frechheit», sagt Farrell Oeschger, Mitglied des Vereins Bullterrier in Not Schweiz mit Sitz in Uznach SG. Sie und der Verein würden mittlerweile seit rund vier Monaten auf ihnen zugesicherten Spenden in Höhe von 700 Franken warten.

«Alles begann, als der Tätowierer uns vor einigen Monaten auf Facebook anschrieb und meinte, dass er Bullterrier liebt und uns helfen will», erzählt Oeschger. Danach habe er angeboten, einen Spendentag zu organisieren und den Gesamterlös dem Verein zu spenden, so das Vereinsmitglied.

Verein hat noch keinen Rappen gesehen

Dieser fand am 12. Mai statt. «Ich war auch da und habe mir eine kleine Tatze auf meinen Finger tätowieren lassen, es war ja schliesslich für einen guten Zweck», sagt Oeschger. Nach zwei Tagen habe ihnen der Inhaber des Tattoostudios geschrieben, dass er rund 700 Franken eingenommen habe.

Der Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, kranke oder gefährdete Hunde zu retten, habe bis heute aber noch keinen Rappen davon gesehen. «Wir sind dringend auf die finanzielle Hilfe angewiesen und das ärgert natürlich», so Oeschger.

Man müsse sich eine Ausrede nach der anderen anhören: «Zuerst war es angeblich die Bank, danach habe er es falsch überwiesen und jetzt wäre er ausser Landes.»

Nun sei man nicht nur sauer, sondern auch enttäuscht, da man ihm vertraut habe. Zudem hätten die Mitglieder des Vereins seit Monaten den Tätowierer weder telefonisch noch via Facebook kontaktieren können. In der letzten Mitteilung an den Verein heisst es, dass er sich noch bis Oktober im Ausland befinde und das Geld längst überwiesen sei. «Wir fühlen uns beklaut und verarscht», so die Mitarbeiterin.

Tätowierer sticht gerade im Aargau

Nach Recherchen von 20 Minuten liess sich der Tätowierer ausfindig machen. Nicht im Ausland, sondern im Aargau. Er bestreitet die Vorwürfe: «Ich habe mich bemüht, aber habe keine Antwort mehr erhalten.»

Die Anschuldigungen seien unbegründet und rufschädigend. «Ich wurde öffentlich blossgestellt und mir wurde gedroht», sagt er zu 20 Minuten. Der Tierschutzverein steht dazu, dass er die Sache auf Facebook öffentlich gemacht hat, da man sich nicht anders zu helfen wusste. Die Anschuldigung, dass der Verein den Tätowierer bedroht haben soll, sei aber falsch.

Gegenüber 20 Minuten räumt der Tätowierer ein, dass er das Geld bisher nicht überwiesen habe. Er verspricht jedoch, dies in den nächsten drei Tagen zu tun. Der Verein hat sich inzwischen an einen Anwalt gewandt.

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