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ManUnited-Kicker Mata«Wir Fussballer verdienen lächerlich viel»

Juan Mata verdient bei Manchester United pro Jahr rund 11,2 Millionen Franken. Dem Spanier ist klar, dass dieser Lohn massiv überrissen ist.

von
hua

Juan Mata ist 27 Jahre alt und verdient Geld wie Heu. Genauer gesagt soll der Spanier in Diensten von Manchester United 150'000 Pfund, umgerechnet 215'000 Franken in der Woche verdienen. Das entspricht einem Jahresgehalt von rund 11,2 Millionen Franken für den Mittelfeldstrategen. Mata ist bewusst, dass er Glück hatte: «Im Vergleich zum Rest der Gesellschaft verdienen wir lächerlich viel. Es ist unfassbar.»

Für ihn ist klar, dass der Fussball den Ruf von Habgier und Überkommerzialisierung hat. «Was die Fussballwelt angeht, verdiene ich einen normalen Lohn. Aber verglichen mit 99,9 Prozent der Spanier und dem Rest der Welt verdiene ich eine unanständige Menge», sagte Mata in der spanischen TV-Show «Salvados». Er lebe wie in einer Seifenblase. Das reale Leben sei jenes, das seine Freunde lebten. «Sie mussten eine Arbeit suchen, sich arbeitslos melden und auswandern. Das ist das normale Leben, mein Leben als Fussballer ist alles andere als normal.»

Junge werden negativ beeinflusst

Der United-Profi kann die Abwehrhaltung der Fans verstehen. Denn der geschäftliche Aspekt des Fussballs lasse es heute erscheinen, als wären die Clubbesitzer wichtiger als die Fans. «Fussball ist nicht mehr wie früher.» Mata befürchtet, dass schlechter Rat und hohe Saläre speziell junge Spieler negativ beeinflussen. «Sie denken, sie wären Superstars, bevor sie auf dem Platz irgendetwas erreicht haben. Jeder denkt, er sei Maradona, wenn er bei einem grossen Club spielt.»

Für Mata-Fans sind solche Äusserungen keine Überraschung. Der Spanier betreibt seinen eigenen Blog, auf dem er sich regelmässig Gedanken über sein Leben in England rund um seinen Job macht.

Wagner hält dagegen

Ganz anders tönt es aus Deutschland. Sandro Wagner, seines Zeichens Stürmer bei Darmstadt, meinte in der «Bild», dass Fussballprofis ausgebeutet würden und unterbezahlt seien. Schon morgens um sechs klopfe manchmal der Dopingkontrolleur an die Tür, sagte der 28-Jährige.

Und der 13-fache Bundesliga-Torschütze legte noch einen drauf: «Gemessen an dem, was du aufgibst, verdienen auch die bei Bayern zu wenig – selbst bei zwölf Millionen oder so.» Diese Aussage bestätigte er kurze Zeit später im ZDF-Sportstudio. Die Spieler stünden unter einem «Riesendruck der Öffentlichkeit». Jeder gucke einem auf die Finger – und das auch privat, jeder Fehler werde beobachtet, so der Deutsche. Für seine provokativen Aussagen erntete Wagner viel Kritik. «Ich finde es nicht schlimm, wenn man kritisiert wird. Ich sage halt, was ich denke.»

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