Saunaaufguss statt Badi: «Wir gehen auch bei 36 Grad in die Sauna»
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Saunaaufguss statt Badi«Wir gehen auch bei 36 Grad in die Sauna»

Während die meisten vor der Hitze ins Wasser flüchten, besuchen andere freiwillig eine Sauna. Warum?

von
dp/lem

Ab in die Sauna bei 36°

Es gibt Leute, die springen an heissen Tagen in einen See. Oder sie fahren in die Berge. Andere dagegen gehen in die Sauna.

Es ist 13 Uhr. Das Thermometer zeigt 36 Grad. In der Sauna des Thermalbades Bad Zurzach im Kanton Aargau sitzen oder liegen vier Herren. Und ich.

Der Saunameister begrüsst zum heutigen Aufguss mit Klangschalenmusik und ätherischen Ölen. Zitronengras aus Indien, Lavendel aus Frankreich. Er legt zerstossenes Eis auf die Saunasteine und wedelt mit fliessenden Bewegungen den Gästen Luft zu. Bei 90 Grad fliesst der Schweiss, verläuft die Mascara, steigt der Puls.

Noch nie haben sich 36 Grad so kühl angefühlt.

Ich konzentriere mich auf den Sternenhimmel an der Decke und zähle die Sekunden, bis ich endlich auf die Terrasse kann. Nach 15 Minuten und einem kräftigen Applaus hechte ich unter die kalte Dusche und dann an die frische Luft. Noch nie haben sich 36 Grad so kühl angefühlt.

Saunagänger Hans* empfiehlt mir für nächstes Mal den Mentholaufguss. Nach diesem fühle man sich an so heissen Tagen wie diesem besonders erfrischt. Es kribble dann so schön auf der Haut.

Zum Lernen ist es zu heiss. Zum Saunieren nicht.

Auch Student Brian* findet, dass sich hohe Temperaturen und Saunagänge nicht ausschliessen. Zum Lernen sei es heute zu heiss gewesen. Die Sauna aber belebe Körper und Geist.

Rund hundert Leute aller Altersklassen besuchen laut Geschäftsführer Dominik Keller täglich die Saunalandschaft. Sie schätzten die positive Wirkung für den Stoffwechsel und das Immunsystem. Tatsächlich fühle auch ich mich nach diesem kleinen Experiment fitter als nach einem ganzen Tag in der Badi.

*Name geändert

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