Anti-WEF-Wanderung: «Wir gehen auch ohne Bewilligung nach Davos»
Aktualisiert

Anti-WEF-Wanderung«Wir gehen auch ohne Bewilligung nach Davos»

Während sich in Davos GR zum 50. Mal verschiedenste Mächtige der Welt treffen, versammeln sich hunderte Demonstranten zu einer Anti-WEF-Wanderung. Der erste Teil ist geschafft.

von
mwa

Rund 500 Leute demonstrieren gegen das WEF und wandern für mehr Klimagerechtigkeit drei Tage lang von Landquart GR nach Davos. (Video: mwa)

Zum 50. Mal kommen in Davos GR Vertreter verschiedenster Nationen beim WEF zusammen. Der Event findet nicht bei allen Anklang: Rund 500 Leute demonstrieren gegen das Jahrestreffen und wandern für mehr Klimagerechtigkeit drei Tage lang von Landquart GR nach Davos. Mit Plakaten, Bannern und Schildern hat die Gruppe vor, ihre Botschaft in die Welt beziehungsweise nach Davos zu tragen. «Wir wandern nach Davos, um den Wirtschaftsbossen und dem WEF mitzuteilen, dass es für sie Zeit ist, abzutreten», schreiben die Veranstalter auf ihrer Webseite. Übernachten werden die Aktivisten in geheizten Massenlagern.

Eine Bewilligung für den Streik haben die Demonstranten nur teilweise. Lediglich die ersten beiden Etappen für den 19. Januar und den 20. Januar wurden von den Behörden bewilligt. Für die Endstrecke nach Davos geben die Behörden das Okay nicht. Der Grund: Es besteht nur eine Verkehrsverbindung zwischen Klosters und Davos. Der Frust bei den Aktivisten ist gross: «Es wäre toll gewesen, wenn wir eine Bewilligung gehabt hätten. Aufhalten wird uns das aber nicht», sagt Meret Schäfer, eine 16-jährige Klimaaktivistin. «Ziviler Ungehorsam ist in solchen Situationen wichtig. Es ist lächerlich, dass man jungen Menschen verbietet, sich politisch zu engagieren», ergänzt Wandergenossin Michele Stauffer.

«Wir haben gelernt, wie wir mit der Polizei umgehen müssen»

Die Beweggründe, beim Marsch mitzumachen, fallen unterschiedlich aus. Nicht alle Teilnehmer sind dafür, das WEF komplett abzuschaffen: «Es ist gut, dass die Leute, die in der Welt etwas bewirken können, zusammenkommen, um Geschäfte zu besprechen», so Loris Niethammer (16), Mitorganisator des Events. Seiner Meinung nach wird der Fokus beim WEF falsch gelegt. Es werde zu wenig auf das geachtet, was tatsächlich in der Welt passiert. Die Politiker seien zu fest darauf aus, «kurzfristigen Profit zu schlagen».

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Rund 500 Demonstranten trafen sich am Sonntag in Landquart zu einer Anti-WEF-Wanderung.

Rund 500 Demonstranten trafen sich am Sonntag in Landquart zu einer Anti-WEF-Wanderung.

mwa
Bevor die Wanderung los ging, gab es mehrere Reden unter Applaus der Gruppe.

Bevor die Wanderung los ging, gab es mehrere Reden unter Applaus der Gruppe.

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Die Demonstranten waren auch mit Schildern und Plakaten ausgerüstet.

Die Demonstranten waren auch mit Schildern und Plakaten ausgerüstet.

mwa

Durchgeplant wurde die Aktion lange und intensiv. «Wir waren einige Wochen mit der Organisation beschäftigt», meint ein Mitglied aus dem Organisationskomitee. Neben einer detaillierten Packliste gab es zur optimalen Vorbereitung auch sogenannte Aktionstrainings. In der ganzen Schweiz konnten Demonstranten ohne Vorkenntnisse sowie auch erfahrene Aktivisten den Umgang mit Behörden und Stresssituationen erlernen. «Sowohl bewilligte Demonstrationen als auch Aktionen zivilen Ungehorsams funktionieren am besten, wenn wir uns gut darauf vorbereiten», so die Organisatoren. «Wir haben gelernt, welche Rechte wir haben und wie wir mit der Polizei umzugehen haben», sagt Stauffer.

Fazit für den ersten Tag fällt positiv aus

Die Teilnehmer sowie die Organisatoren sind nach dem ersten Tag mehrheitlich zufrieden. «Ich finde es beeindruckend, dass so viele Personen die Strapazen auf sich nahmen», so Lukas Schnider (27) aus Wangs. Als es bei einem Zwischenstopp aufgrund der Planung zur Betten-Aufteilung rund eine Stunde nicht weiterging, wurde die Stimmung kurzfristig etwas ruhiger. «Danach sind wir dafür umso lauter und aktiver geworden, um uns warm zu halten», sagt der Klimaaktivist.

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