20 Minuten im Ausland: «Wir gehen normal ins Restaurant – Einschränkungen gibt es nicht»
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20 Minuten im Ausland«Wir gehen normal ins Restaurant – Einschränkungen gibt es nicht»

Die Einen fordern vom Bundesrat eine schnellere Öffnung, die Anderen warnen. Die Schweiz steht vor wegweisenden Tagen. Doch wie sieht es tausende Kilometer weit entfernt aus? Berichte aus Neuseeland, Thailand und Argentinien.

von
Denis Molnar
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In Wellington sind die Restaurants geöffnet.

In Wellington sind die Restaurants geöffnet.

20 Minuten
Auch sonst macht man in der Hauptstadt Neuseelands das, worauf man Lust hat.

Auch sonst macht man in der Hauptstadt Neuseelands das, worauf man Lust hat.

20 Minuten
Einschränkungen gibt es praktisch keine.

Einschränkungen gibt es praktisch keine.

20 Minuten

Darum gehts

  • Erste Lockerungsschritte sind in der Schweiz in Kraft.

  • Restaurants und Bars müssen sich noch gedulden.

  • Am anderen Ende der Welt siehts derweil ganz anders aus.

Am 1. März war es in der Schweiz soweit: Erste Lockerungen traten in Kraft. Läden oder auch Museen und Aussenbereiche von Sportanlagen durften wieder öffnen. Die ersten Schritte zurück in die Normalität sorgten für regen Gesprächsstoff bei der 20 Minuten-Community. An Grossveranstaltungen wie Konzerte oder Fussballspiele mit tausenden Zuschauern in den Stadien ist derweil noch nicht zu denken. Auch Restaurants bleiben vorerst geschlossen.

Knapp 19’000 Kilometer Luftlinie von der Schweiz entfernt spielen sich gleichzeitig ganz andere Szenen ab: «Am Tarawera Ultramarathon waren knapp 3000 Teilnehmer auf engstem Raum zusammen. Auflagen gab es nicht», berichtet Yasmin Rosner. Sie lebt und arbeitet seit Jahren in Neuseeland.

Ganze Regionen gehen in kleine Shutdowns

«Wir hatten einen äusserst harten Shutdown vor knapp einem Jahr, seither sind die Grenzen für Nicht-Neuseeländer dicht – für die stark vom internationalen Tourismus abhängigen Regionen ein harter Schlag. Kiwis oder Menschen mit dauerhaftem Wohnsitz, die zurückkehren, müssen zuerst zwei Wochen in ein Hotel in Quarantäne und sich dort mehrmals testen lassen. Die neuen Fälle, die bei uns auftauchen, sind in der Regel daher auch von Leuten, die vom Ausland ankommen.» Bei jedem Auftreten eines Corona-Falls ausserhalb der Hotels würden zudem ganze Regionen sofort in kleine Shutdowns versetzt.

«Momentan gibt es wieder eine solche Situation. Ein paar Fälle in der Community in Auckland.» Die grösste Stadt Neuseelands befindet sich seit Sonntagmorgen 6 Uhr für mindestens sieben Tage im Shutdown. «Im Rest des Landes gelten etwas mehr Einschränkungen als üblich – beispielsweise keine Menschenansammlungen mit über 100 Personen.» Normalisiere sich die Lage wieder, gelte lediglich eine Maskenpflicht im gesamten öffentlichen Verkehr.

In der Regel könne man im Alltag tun und lassen, was man wolle. «Wir gehen ins Restaurant essen oder shoppen, reisen im Land herum und unterstützen so zumindest ein wenig die Tourismusbranche. Einschränkungen gibt es nicht.» Die einzige wirkliche Einschränkung sei das Reisen ins Ausland. Dies sei für Personen mit dauerhaftem Wohnsitz zwar grundsätzlich möglich, aber zum Einen müsse man sich fragen, ob es derzeit Sinn mache und zum Anderen müsse man die Kosten für das Quarantänehotel bei der Rückreise selbst zahlen. Das sind mehrere tausend Neuseeland-Dollar.

Die Tourismusbranche leidet

Das Gefühl von Fernweh und die Lust aufs Reisen könnte auch bei den Bildern aufkommen, die die Redaktion aus Thailand erreichen. Die beliebte Feriendestination ist zwingend auf den Tourismus angewiesen, wie Christian Köppel aus Pattaya berichtet. Die Grenzen für ausländische Gäste seien seit einem Jahr zu, die Tourismusbranche am Boden. «Für alle, die ein Geschäft betreiben, ist es grauenvoll», schildert Köppel die Situation.

Aber: «Nach einer zweiten kleinen Welle und mehreren Schliessungen ist in Thailand eigentlich alles wieder offen. Wir haben noch Einschränkungen bei den Öffnungszeiten am Abend in den Bars, aber sonst ist alles wieder normal. Ausser, dass wir in der Öffentlichkeit ständig eine Maske tragen.»

«Die Restaurants sind immer voll»

Auch auf der anderen Seite des Atlantik, in Argentinien, wurden die strengen Massnahmen allmählich gelockert, wie Karin Leuthold aus Buenos Aires schreibt. Mit den wärmeren Temperaturen seien auch die Fallzahlen zurück gegangen. «Seit Dezember kann man endlich - nach neun Monaten - wieder ziemlich frei durch das Land reisen.»

Und die Leute geniessen die neue Freiheit: «Die Bars und Restaurants sind immer voll, ohne Reservation kommt man nirgends hin. Auch die Strände an der Küste waren im Januar, dem wichtigsten Ferienmonat im Jahr, voll. In den Parks sieht man Dutzende Gruppen, die zusammen Sport machen. Dabei sind bis zu 10 Personen erlaubt.»

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In Buenos Aires sind die Restaurants und Bars geöffnet. 

In Buenos Aires sind die Restaurants und Bars geöffnet.

20 Minuten
Mit einer Reservation ist man auf der sicheren Seite.

Mit einer Reservation ist man auf der sicheren Seite.

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Doch Leuthold gibt zu bedenken, was viele Menschen umtreibt: «Mit so viel Freiheit hat die Disziplin etwas nachgelassen. Nun kommt langsam der Herbst, ab April darf man mit kühlerem Wetter rechnen - und somit könnten die Fälle wieder rasant steigen. Die zweite Welle – wie Europa sie im Winter erlebte – droht.»

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