Tötungsdelikt Bruggerberg - «Wir glauben nicht, dass unser Sohn der Mörder ist»
Publiziert

Tötungsdelikt Bruggerberg«Wir glauben nicht, dass unser Sohn der Mörder ist»

Die Eltern des wegen des Tötungsdeliktes am Bruggerberg verhafteten P. K. (22) sind trotz dessen Geständnis weiterhin von seiner Unschuld überzeugt.

von
Monira Djurdjevic
1 / 4
Die Eltern des verhafteten P. K. glauben an die Unschuld ihres Sohnes.

Die Eltern des verhafteten P. K. glauben an die Unschuld ihres Sohnes.

20Minuten/ Monira Djurdjevic
Dejan D. (24) wurde im April 2020 tot in einer Höhle gefunden.

Dejan D. (24) wurde im April 2020 tot in einer Höhle gefunden.

Staatsanwaltschaft Aargau
Der 22-jährige P. K. hat die Tat gestanden. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Der 22-jährige P. K. hat die Tat gestanden. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Darum gehts

  • Im April 2020 wurde in einer schwer zugänglichen Höhle im Aargau eine Leiche entdeckt. Laut der Polizei wurde er getötet.

  • Mittlerweile wurde der tatverdächtige P. K.* (22) verhaftet. Er hat laut Polizei die Bluttat gestanden.

  • Seine Eltern zweifeln allerdings an K.s Schuld: Er sei wohl zum Geständnis gedrängt worden.

Im April 2020 hatten Passanten am Bruggerberg im Kanton Aargau eine Höhle freigeschaufelt und waren darin auf die Leiche des damals 24-jährigen D. D. gestossen. Dieser war ein Jahr zuvor im Kanton Zürich als vermisst gemeldet worden. Die Polizei ermittelte und fand heraus, dass er Opfer eines Tötungsdelikts geworden war.

Im März diesen Jahres nahm die Polizei den 22-jährigen P. K.* aus Windisch fest. Seitdem sitzt der dringend tatverdächtige Mann in U-Haft. Wie die Aargauer Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung schreibt, hat der Beschuldigte mittlerweile gestanden, das Opfer in der Höhle eingeschlossen und diese zugeschüttet zu haben.

Dennoch glauben die Eltern von K. weiterhin an die Unschuld ihres Sohnes. «Er stand sicher unter Druck und hat darum gestanden», sagt der Vater. Sein Sohn sei schon immer labil gewesen und habe sich von anderen beeinflussen lassen. Seit seiner Verhaftung hätten sie keinen Kontakt mehr mit ihm gehabt. Vom Geständnis haben sie vom Anwalt von P. K. telefonisch erfahren. «Meiner Frau und mir geht es seitdem sehr schlecht. Wir wissen nicht, wie es nun weitergeht und vor allem auch nicht, wie es unserem Sohn im Moment geht», so der Vater.

«Keine Spuren auf dem Pickel»

Wie der 60-Jährige angibt, hat die Polizei den beschlagnahmten Pickel und die Schaufel wieder zurückgebracht. «Sie haben nichts darauf gefunden. Wie soll er also die Höhle zugeschüttet haben? Mit blossen Händen?» In der Zwischenzeit hätten er und seine Frau eine Vorladung von der Polizei erhalten. «Im Mai werden wir eine Aussage machen. Ich bleibe dabei, dass mein Sohn das nicht getan hat.»

Das Zwangsmassnahmengericht hat den Antrag der Staatsanwaltschaft gutgeheissen und Untersuchungshaft für die vorläufige Dauer von drei Monaten gegen den 22-jährigen Schweizer angeordnet. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

* Name der Redaktion bekannt

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung