SNB-Chef Jordan: «Wir haben 1040 Tonnen Gold und dabei bleibt es»
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SNB-Chef Jordan«Wir haben 1040 Tonnen Gold und dabei bleibt es»

Der tiefe Goldpreis brachte der Schweizerischen Nationalbank ein dickes Minus ein. Für SNB-Präsident Thomas Jordan jedoch kein Grund, die Goldreserven aufzustocken.

von
dia

Neun Milliarden Verlust wies die Schweizerische Nationalbank im vergangenen Jahr aus. Hauptgrund dafür ist der tiefe Goldpreis. Um fast 30 Prozent sank der Wert des Edelmetalls. Bei den 1040 Tonnen, die die Nationalbank in ihren Reserven hat, ergibt dies ein Minus von 15 Milliarden.

Den Goldbestand aufstocken will die SNB allerdings nicht. «Wir haben weder Pläne, Gold zu verkaufen, noch, Gold zu kaufen», sagt Nationalbank-Chef Thomas Jordan gegenüber dem Wirtschaftsmagazin «Eco». «Wir haben diese 1040 Tonnen und dabei bleibt es im Moment.»

Neben dem Goldkurs sorgen auch die historisch tiefen Zinsen für Gesprächsstoff. Die stark gestiegenen Preise am Immobilienmarkt liessen die Kassen bei Besitzern von Vermögenswerten klingeln. Für Wirtschaftshistoriker Harold James ist dieses Szenario gesellschaftspolitisch heikel. «Diese Steigerungen sind zu einem grossen Teil dafür verantwortlich, dass die Ungleichheit in der Gesellschaft radikal gestiegen ist nach der Finanzkrise», sagt der Professor an der Princeton-Universität zu «ECO».

Diese Kritik weist Jordan zurück: «Die Geldpolitik hat in der Finanzkrise dazu geführt, dass es nicht zu einem Kollaps der Weltwirtschaft gekommen ist, auch in der Schweiz war es möglich, diesen Kollaps zu verhindern.» Im Gegenteil, die Geldpolitik sei gerade für schwächere Gruppen wichtig. «Diese Gruppen haben Schwierigkeiten, sich gegen Inflation und Deflation zu schützen», erklärt Jordan dem Magazin.

Der Beitrag wird heute um 22:25 Uhr in der Sendung «ECO» auf SRF 1 ausgestrahlt.

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