Aktualisiert 28.02.2014 11:36

Fabian Frei

«Wir haben abgeliefert»

Der FC Basel zieht mit Köpfchen in den Achtelfinal in der Europa League ein und trifft in zwei Wochen auf Red Bull Salzburg.

von
Eva Tedesco und Peter Berger

Der Einzug in die Achtelfinals verleiht (vielleicht) Flügel. Der letzte Schweizer Europacupteilnehmer errang gegen Maccabi Tel Aviv einen souveränen 3:0-Sieg. «Das war wirklich ein Sieg mit Köpfchen», so Fabian Frei nach dem 87. Sieg im 200. Europacupspiel in der rotblauen Geschichte. «Ich habe nach dem Spiel gesagt: Barcelona hätte es mit den Füssen nicht besser machen können als wir mit dem Kopf», flachst Frei und kann sich das Lachen kaum verkneifen.

Die Basler Kopfarbeit im Detail: In der 18. Minute trifft Valentin Stocker auf Vorlage von Behrang Safari zum 1:0 – per Kopf. In der 60. Minute versenkt Captain Marco Streller eine Flanke von Serey Die zum 2:0 – auch mit dem Kopf. Diesen braucht er auch beim 3:0 (71.). Es waren die Europacup-Treffer 22 und 23 des langen Stürmers.

Streller köpfelt sich in die Geschichtsbücher

Damit war er gegen Tel Aviv nicht nur eindeutig Herr der Lüfte, Streller schreibt damit auch wieder Geschichte. Mit seinen zwei Toren im Jubiläumsspiel ist der FCB-Captain nun der erfolgreichste Torschütze der Rotblauen im Europacup und überholt damit Alex Frei, der auf 22 Treffer auf europäischer Bühne für den FCB erzielt hat.

Auskünfte konnte der «Capitano» nach dem Spiel dazu keine abgeben. Streller wurde von der Uefa zum Dopingtest ausgelost und erfuhr von seiner historischen Marke beim Wasserlassen. Mit dem «Pipimachen» hatte Marco «Pippi» Streller offenbar so seine Mühe. Den Eintrag in die Geschichtsbücher hat der Mann des Abends geschafft, den Weg in die Interviewzone selbst nach langem Warten der Medienschaffenden indes nicht mehr.

Basel einen «Tick offensiver»

Das Reden mussten andere übernehmen. Fabian Frei zum Beispiel, der einmal mehr einen starken Auftritt zeigte, von Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld aber für das Testspiel am kommenden Mittwoch gegen Kroatien nicht mit einem Aufgebot belohnt wurde. Frei: «Wir waren komplett anders als in Tel Aviv. Wir haben diesmal abgeliefert. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir unsere Chancen auch verwertet.»

Oder Yann Sommer: «Wir hatten einen guten Abend, haben wenig zugelassen und sind einen Tick offensiver gewesen. Wir konnten viel Druck machen und sind trotzdem in der Defensive sehr kompakt gewesen. Wir wollten zuhause eine Leistung zeigen, die auch die Fans mitnimmt, und das ist uns gut gelungen.»

Das Spiel um Punkte

«Jede Runde, die man weiterkommt, wird ein Stück schwieriger. Ich habe mich mit Red Bull Salzburg noch nicht befasst, habe aber das Resultat gesehen, und das spricht für sie, für eine gute Offensive, und deshalb werden sie sicher mit sehr viel Druck kommen. Es ist eine technisch gute Mannschaft mit sehr viel Selbstvertrauen. Aber bis dahin ist es noch weit. Wir haben dazwischen noch wichtige Meisterschaftsspiele.»

Wird man nun auch in der Meisterschaft einen dominanteren, offensiveren FCB sehen? «Man muss auch sehen, dass sich unsere Gegner in der Meisterschaft sehr gut auf uns einstellen. Man kann nicht in jedem Spiel ein Offensivspektakel von uns erwarten, und das ist auch nicht unser Ziel. Wir wollen Punkte holen, clever Fussball spielen, und wir sind auf gutem Weg.»

Der FCB kann Dreierkette

Mehr als zufrieden zeigte sich auch FCB-Trainer Murat Yakin nach der Performance seiner Equipe im Jubiläumsspiel. «Das war ein frischer Auftritt von der ersten Sekunde an. Das hat mir gefallen – auch die Freude, mit der die Spieler ans Werk gegangen sind. Drei Kopfballtore sieht man nicht alle Tage; vor allem die Dreifach-Kombination beim 3:0 nicht.»

Yakin beliess es wie schon beim torlosen Remis vor einer Woche im Bloomfield Stadion in Tel Aviv auch im Rückspiel bei seinem System mit der Dreierabwehr. Diesmal aber mit Stocker und Streller im Sturm und Frei als Dreh und Angelpunkt im offensiven Mittelfeld – und mit mehr Willen zur Offensive wie im Hinspiel und auch wie beim 1:1 gegen GC letzten Sonntag im Letzigrund. Am neuen System festmachen lässt sich Yakin aber nicht.

Wollen flexibel bleiben

«Gegen Maccabi hat die Mannschaft alles umgesetzt, was wir im Training einstudiert haben. Ob wir das System so beibehalten, sehen wir noch. Wir wollen in unserem System flexibel bleiben», so der 39-jährige FCB-Trainer. «Es kommt immer auf den Gegner an, welches System wir spielen.» In der Meisterschaft heisst der nächste Gegner Thun. Im dritten Achtelfinal eines europäischen Wettbewerbs in Folge wartet Red Bull Salzburg. Am 13. März kann der FCB zuerst zuhause beginnen – und das ausgerechnet während der «drey scheenste Dääg».

Salzburg hat Flügel Red Bull Salzburg ist am 13. März Basels Achtelfinal-Gegner der Europa League. Der österreichische Leader (19 Punkte Vorsprung nach 24 Runden!) fertigte gestern Ajax Amsterdam mit 3:1 ab, nachdem schon das Hinspiel 3:0 geendet hatte. Das Team von Besitzer Dietrich Mateschitz wird ein ganz anderes Kaliber als Maccabi sein. Das 2005 von Austria in Red Bull umbenannte Team hatte sich noch im Sommer 2012 lächerlich gemacht, als es in der Qualifikation zur Champions League an den luxemburgischen Amateuren von Düdelingen scheiterte. In der Folge verjüngtenTrainer Roger Scjhmitdt und Sportdirektor Ralf Rangnick die Equipe massiv. Gestern betrug das Durchschnittsalter 24,6 Jahre. Der 29-jährige Luzerner Christian Schwegler war dabei der «Saurier» bei den Salzburgern. Aber vor allem ist die ein aufsässiges Pressing betreibende Equipe äusserst erfolgreich. Der gestrige Erfolg über das renomierte Ajax war bereits wieder der zwölfte Sieg in Folge. Der FC Basel ist also gewarnt. (pbt)

Salzburg hat Flügel Red Bull Salzburg ist am 13. März Basels Achtelfinal-Gegner der Europa League. Der österreichische Leader (19 Punkte Vorsprung nach 24 Runden!) fertigte gestern Ajax Amsterdam mit 3:1 ab, nachdem schon das Hinspiel 3:0 geendet hatte. Das Team von Besitzer Dietrich Mateschitz wird ein ganz anderes Kaliber als Maccabi sein. Das 2005 von Austria in Red Bull umbenannte Team hatte sich noch im Sommer 2012 lächerlich gemacht, als es in der Qualifikation zur Champions League an den luxemburgischen Amateuren von Düdelingen scheiterte. In der Folge verjüngtenTrainer Roger Scjhmitdt und Sportdirektor Ralf Rangnick die Equipe massiv. Gestern betrug das Durchschnittsalter 24,6 Jahre. Der 29-jährige Luzerner Christian Schwegler war dabei der «Saurier» bei den Salzburgern. Aber vor allem ist die ein aufsässiges Pressing betreibende Equipe äusserst erfolgreich. Der gestrige Erfolg über das renomierte Ajax war bereits wieder der zwölfte Sieg in Folge. Der FC Basel ist also gewarnt. (pbt)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.