Aktualisiert

Wolf auf Skipiste«Wir haben Angst um unsere Kinder»

Im Skigebiet Obersaxen Mundaun GR wurde am Donnerstag ein Wolf auf der Skipiste beim Kinderland gesichtet. Im Dorf ist man besorgt. Offenbar kommen mehrere Tiere regelmässig vorbei.

1 / 3
Dieser Wolf wurde am Donnerstag kurz vor 8 Uhr auf der Skipiste bei der Skischule in Obersaxen gesichtet.

Dieser Wolf wurde am Donnerstag kurz vor 8 Uhr auf der Skipiste bei der Skischule in Obersaxen gesichtet.

Leser-Reporter
Das Tier gehört vermutilch zum Valgronda-Rudel.

Das Tier gehört vermutilch zum Valgronda-Rudel.

Leser-Reporter
Das Amt für Jagd und Fischerei in Graubünden will nun Massnahmen ergreifen und die Wölfe vertreiben.

Das Amt für Jagd und Fischerei in Graubünden will nun Massnahmen ergreifen und die Wölfe vertreiben.

Leser-Reporter

«Seit knapp zwei Monaten werden im gesamten Skigebiet rund um Obersaxen vermehrt Wolfsichtungen gemacht», sagt Leser-Reporter Marco Casanova zu 20 Minuten. Am Donnerstag habe eine Frau einen Wolf in der Nähe des Kinderlandes der Skischule Obersaxen gesichtet und fotografiert, erzählt er. Casanova ist Präsident der Skischule Obersaxen. «Eine Gefahr für die Besucher besteht nicht», versichert er. Dennoch müsse gehandelt werden. Sichtungen eines Wolfes am hellichten Tag in direkter Nähe zum Menschen seien nämlich keineswegs der Normalfall. Besucher des Skigebiets bittet er, keine Essensresten zu hinterlassen, da diese die Wölfe anlocken könnten.

Das Handlungsbedarf besteht, sehen auch andere Dorfbewohner so. «Es ist zwingend notwendig, dass Massnahmen ergriffen werden», sagt ein Anwohner, der anonym bleiben möchte. «Vor zwei Wochen wurde ein Hirsch am Dorfrand von Flond gerissen. Das überschreitet eine Grenze. Wir haben Angst um unsere Kinder.» Die Tourismus- und Landwirtschaftsbetriebe seien vom Auftauchen des Wolfes ebenfalls wenig begeistert.

Amt reagiert

Dass sich Wölfe in der Gegend herumtreiben, scheint bekannt zu sein: «Das gesichtete Tier auf der Skipiste gehört höchstwahrscheinlich zum Valgronda-Rudel», sagt Adrian Arquint, Jagdinspektor vom Amt für Jagd und Fischerei in Graubünden. Dieses Rudel sei seit Herbst 2019 in Siedlungsnähe zu beobachten, nun auch in den Siedlungen und sogar bei Tag. Mehrere Anwohner berichten gegenüber 20 Minuten von Sichtungen und auch, dass Wild gerissen worden sei.

«Es ist nicht gut, wenn sich Wölfe zu sehr an den Menschen gewöhnen, mit Vergrämungsaktionen versucht die Wildhut den Wölfen Respekt gegenüber dem Menschen zu haben, damit sie sich fern von ihm halten», so Arquint. Man werde die Situation beobachten und mit der Gemeinde das weitere Vorgehen besprechen.

Gefährliches Wolfsleben

Kürzlich starb in der Surselva ein Tier des Valgronda-Rudels. Am Stephanstag wurde bei Brigels eine Jungwölfin von einem Zug überfahren. In der selben Nacht wurde zwischen Trin und Tamins ein junges Wolfsweibchen von einem Auto überfahren und ebenfalls getötet. Dieses Tier stammt vermutlich vom Calanda-Rudel. (20 Minuten)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.