Gloria Karthan
Publiziert

Wir haben das erste Schweizer Zero Waste Restaurant getestet

Bei der Zubereitung der Vegi-Menüs im Zero gibts weder Abfall noch Einwegplastik. Das ist konsequent nachhaltig – aber wie schmeckts?

von
Gloria Karthan
1.12.2020

Das Thema Nachhaltigkeit und Zero Waste genussvoll auf den Tisch bringen: Das ist die Idee hinter Zero, dem einmonatigen Pop-up im Zero Waste Ladencafé Zollfrei im Freilager in Zürich. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit The Artisan, einem Quartierrestaurant in Zürich Wipkingen, dessen Küchenchefin Corinne Schmid bis zum 19. Dezember im Zero kocht.

Das Lokal ist liebevoll eingerichtet, sogar die Tische und Trennwände sind geupcycelt und die Kerzen werden in der Kerzenmanufaktur Zürcher Eingliederung aus recyceltem Wachs hergestellt. Obwohl man mitten in einem Unverpackt-Laden sitzt, ist das Ambiente gemütlich und eignet sich perfekt für ein unaufgeregtes Dinner zu zweit oder zu viert.

Schweizer Bio-Landwirte liefern Früchte und Gemüse

«Mit Zero inspirieren wir unsere Gäste, sich ohne Verzicht auf köstliches Essen und Spass mit einer nachhaltigeren Zukunft auseinanderzusetzen», sagt Mark Thommen, Geschäftsführer von The Artisan. Alle Früchte und Gemüse, die zum veganen oder vegetarischen Menü verarbeitet werden, stammen aus dem Bio-Anbau von Schweizer Landwirten, welche regenerativen Ackerbau betreiben und damit gesunde Böden fördern.

Jegliche Wegwerfprodukte werden vermieden, alle unvermeidbaren, biologisch abbaubaren Abfälle werden in der Kompostieranlage des The Artisan verarbeitet und als Kompost auf den benachbarten Gemeinschaftsgarten verwendet.

Noch bis zum 19. Dezember kann man sich im Zero ein Tischli sichern. Wir haben den rundum nachhaltigen Viergänger für euch getestet – in der vegetarischen und der veganen Variante.

Noch bis zum 19. Dezember kann man sich im Zero ein Tischli sichern. Wir haben den rundum nachhaltigen Viergänger für euch getestet – in der vegetarischen und der veganen Variante.

zvg
Zum Apéro gibts verschiedene Drinks, etwa den Zero to hero mit rotem Vermuth, alter Zwetschge, heissgeräuchertem Bongkirsch und Molke, garniert mit Schafgarbe.

Zum Apéro gibts verschiedene Drinks, etwa den Zero to hero mit rotem Vermuth, alter Zwetschge, heissgeräuchertem Bongkirsch und Molke, garniert mit Schafgarbe.

Gloria Karthan
Der erste Gang steht unter dem Motto «Altbewährte Methoden», darum gibts grilliertes Sauerteigbrot und allerhand fermentiertes. Rotkohl ist sonst nicht so dein Ding? Als Krokette wie hier zubereitet vermutlich schon.

Der erste Gang steht unter dem Motto «Altbewährte Methoden», darum gibts grilliertes Sauerteigbrot und allerhand fermentiertes. Rotkohl ist sonst nicht so dein Ding? Als Krokette wie hier zubereitet vermutlich schon.

Gloria Karthan

Nose to Tail für Vegis

Im Zero wird wirklich alles verwertet, ähnlich wie beim Prinzip Nose to Tail – halt einfach vegi oder vegan. Die Molke, die bei der Ricottaproduktion entsteht, kommt in den Drink zum Aperitif und zum Hauptgang gibts nicht nur Wurzelgemüse, sondern auch die dazugehörigen Gemüsewurzeln.

Die Speisen sind allesamt saisonal. Der weisse Spargel im ersten Gang wurde bereits im Frühling fermentiert – gepickled kann man ihn sogar Ende November noch geniessen. Woher die verarbeiteten Lebensmittel stammen, kann man an der Wand des Restaurants ablesen, wo die einzelnen Lieferanten aus der Umgebung angegeben sind. Lokaler kann man vermutlich nicht essen. Einzige Ausnahme: Der Kaffee von Atinkana zum Dessert, der natürlich bei uns nicht angebaut wird. Er wird klimaschonend mit dem Segelschiff von Kolumbien bis nach Rotterdam transportiert.

Das Fazit unserer Besuchs

Im Zero erwartet die Gäste winterlicher, gesunder und vor allem nachhaltiger Soulfood in einem cozy Ambiente. Mit 59 Franken für drei und 89 Franken für vier Gänge (jeweils vegetarisch oder vegan möglich) ist das Pop-up-Erlebnis preislich sehr in Ordnung. Ein Besuch lohnt sich nicht nur des aussergewöhnlichen Konzepts wegen, das Menü überzeugt auch geschmacklich. Ein Tischli könnt ihr noch bis zum 19. Dezember jeweils abends von Dienstag bis Samstag online reservieren.

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11 Kommentare
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Matthias Ganther

02.12.2020, 21:20

Super! Schön zu sehen wie Menschen zeigen was möglich ist, statt auf desen zu fokusieren was scheinbar unmöchlich ist!

TJ63

02.12.2020, 16:53

Super Idee mit den Fenstern anstatt Plexiglas zwischen den Tischen, ist gemütlicher.

Jonesy

01.12.2020, 12:40

Da musste ich schmunzeln. Vegan ist alles andere als "Nachhaltig" oder "Gesund". Viel Spass mit dem Darmkrebs bei all den Ballaststoffen, Lektinen, Saponinen, Phytinsäure, Solanin, Oxalaten, Trypsin-Inhibitoren und über 15 essentiellen Nährstoffen die über eine rein Pflanzliche Ernährung nicht verfügbar sind. Fleisch ist ein fester und essentieller bestandteil der Menschlichen Ernährung seit langer, langer Zeit, unsere Physiologie verrät das sehr gut, nur muss man auch die Wissenschaft dahinter kennen, was hier offensichtlich nicht der Fall ist. Viel Spass bein zerfallen! :D