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Peter Fox«Wir haben eine gute Show am Start»

Dieser Mann mit Anzug und Bart heisst eigentlich Pierre Baigorry, ist halb Franzose und spielte früher Waldhorn. Nun rockt er als Peter Fox die Bühnen — bald auch in der Schweiz.

Auf deiner Homepage gibt es ein Video von dir beim Joggen. Gehört das Fitness-programm zu den Vorbereitungen auf die Festival-Saison?

Peter Fox: Nun, das Touren hält eigentlich von alleine fit. Aber weil ich nach den Konzerten oft ein bisschen Party mache und gerne gut esse, braucht es schon ab und zu eine Extra-Runde Jogging. Etwa wenn es in der Schweiz leckeres Bündnerfleisch gegeben hat.

Ich sehe, ein Bierbauch hat bei dir keine Chance.

Ich trinke zum Glück lieber Rum. Und wenn schon Bier, dann lieber so ein leichtes Mädchenbier, zum Beispiel Corona.

Du hast mit deiner Band Seeed ja schon so einige Festival-Bühnen gerockt. Welches Openair ist dir in besonders guter Erinnerung geblieben?

Speziell war Glastonbury 2005. Seeed sind in England nicht besonders bekannt, und es standen kaum Leute vor der Bühne, als wir loslegten. Doch dann wurden es schnell immer mehr — am Schluss hörten uns über 10  000 Leute zu.

Gibt es etwas, das dich nervt an Festivals?

Ich muss mich wahnsinnig anstrengen, nicht dauernd meine Sachen zu verlieren zwischen Tourbus, Backstage, Bühne und Hotel. Ich bin ziemlich schusselig veranlagt.

Als erfolgreicher Musiker hast du bestimmt einen Assistenten, der auf deine Sachen aufpasst.

(Lacht.) Nein, ich hab niemanden, der mir das Duschgel oder die Armbanduhr hinterherträgt. Das schränkt doch das Denken zu sehr ein.

Was können die Schweizer Festival-Besucher dieses Jahr von Peter Fox erwarten?

Ich bringe eine grosse Band mit, 16 Leute. Im Zentrum der Gigs stehen die Vocals und die Drums. Die Cold Steel Drumline wird richtig Gas geben mit der Choreo. Ich kann noch nicht zu viel verraten. Aber wir haben auf alle Fälle eine gute Show am Start.

Ursprünglich wolltest du ja gar nie ein Solo-Album machen.

Richtig, ich wollte eigentlich mit Cee-Lo von Gnarls Barkley einige Tracks aufnehmen. Aber deren Single «Crazy» startete derart durch, dass er keine Zeit mehr hatte. Ich muss unbedingt mal wieder bei ihm anklopfen.

Doch dann hast du mit «Stadtaffe» auf eigene Faust ein supererfolgreiches Album abgeliefert. Ist schon ein Nachfolger geplant?

Wir wollen mit Seeed noch eine Platte machen. Ich denke, «Stadtaffe» bleibt das einzige Peter-Fox-Album.

Trotz des grossen Erfolges?

Man macht ja nicht alles wegen des Erfolges. Ich will Spass haben. Als Peter Fox bin ich viel mehr ausgestellt als mit der Band. Immer diese Fotos von mir in den Zeitungen. Das schränkt das Leben schon ein. Und das mag ich nicht so.

Haben dir die Seeed-Jungs den Erfolg nie übel genommen?

Nein, die hatten keinen Stress damit. Ich hab ja dafür auch mal eine Runde geschmissen.

Du bist halb Franzose. Vielleicht könntest du als Pierre ein französisches Chanson-Album veröffentlichen?

(Lacht.) Nö, dazu kann ich wohl zu wenig gut Französisch, das traue ich mir nicht zu ...

Wie unterscheidet sich Pierre Baigorry von Peter Fox?

Eigentlich gar nicht so sehr. Auf der Bühne ist natürlich vieles Entertainment und Übertreibung. Aber in Peter Fox steckt viel von mir. Das bin schon ich.

Deine Musikerkarriere hast du in einem Posaunenchor gestartet.

Ich spielte dort das Waldhorn. Ich würde mich jetzt nicht als grossen Waldhornisten bezeichnen, aber für den Posaunenchor hats damals gereicht. Es war eine gute Zeit, mit vielen Probe-Weekends und Auftritten in Kirchen.

Hörst du noch klassische Musik?

Ja, zuhause, klar. Also genau genommen weniger Klassik, eher Romantik und Impressionismus, eher spätere Sachen halt.

Du hast Awards gewonnen und die Charts getoppt. Auf welchen Erfolg bist du am meisten stolz?

Hm, schwierig zu sagen. Ich glaube, das Schönste ist ganz einfach, dass ich von der Musik leben kann. Und das zurzeit ziemlich gut. Das ist nicht selbstverständlich. Und dafür bin ich dankbar. Awards und Hitparadenplätze sind mir da nicht so wichtig.

Wo stehen eigentlich deine drei Echos, die du dieses Jahr abgeräumt hast? In der Wohnung?

Nee, die habe ich teilweise verschenkt.

Verschenkt?

Einen habe ich der Garderobenfrau beim Echo gegeben. Die war voll der Fan und wollte ein Autogramm. Und niemand hatte einen Stift. Da habe ich ihr halt einen Echo gegeben.

Hast du dir eigentlich dein «Haus am See» schon gekauft? Vielleicht in Potsdam?

(Lacht.) Nee, für ein Haus am See in Potsdam bräuchte ich schon noch ein bisschen mehr Geld, als ich jetzt zur Verfügung habe.

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