Wir haben einen der letzten Zehnzylinder, den Audi R8 Spyder, zum Tanz gebeten

Vor allem bei Sonnenschein kommt die blaue Farbe des Audi R8 Spyder besonders gut zur Geltung.

Vor allem bei Sonnenschein kommt die blaue Farbe des Audi R8 Spyder besonders gut zur Geltung.

Michael Lusk
Publiziert

Audi R8 SpyderWir haben einen der letzten Zehnzylinder zum Tanz gebeten

Als einer der letzten Hersteller setzt Audi im R8 noch auf einen Zehnzylinder. Wir gingen in einem 570 PS starken, heckgetriebenen «Audi R8 Spyder V10 performance RWD» nochmals auf Tour.

von
Michael Lusk / A&W Verlag

Sportwagen sind seit jeher das Aushängeschild einer Marke. Das ist auch bei Audi nicht anders. Hier heisst die Speerspitze seit 2007 R8. Das Besondere: Audi setzt im R8 auf einen Exoten in Sachen Motor, nämlich einen Zehnzylinder. Und zwar einen frei saugenden. Neben den Ingolstädtern setzt nur noch der Konzernbruder Lamborghini Huracan auf den V10. 


Wir nutzen deshalb die Chance, einen V10 zu einem letzten Tanz zu bitten. Und zwar um einen ausgiebigen Tanz in einem offenen R8 Spyder, der vom City-Cruisen im Schritttempo über zahlreiche Alpenpässe bis hin zum Ritt auf der deutschen Autobahn alle Tanzformen beinhaltete. So viel vorne weg: Der Mittelmotor-Renner beherrscht alle virtuos.

Der Himmel weint mit

Los gehts in Ingolstadt, dem Herzen von Audi. Und weil nicht nur uns, sondern auch dem Himmel passend zur Abschiedstournee das Herz blutete, goss es zur Abholung wie aus Kübeln. Macht aber nichts, denn auch geschlossen macht der Spyder eine gute Figur. Schon im Stand wirkt der Mittelmotor-Renner angriffslustig, Audi hat ihn nochmals geschärft, 570 PS mobilisiert der Hecktriebler jetzt. Das reicht für einen Sprint von 3,8 Sekunden auf Tempo 100 und 327 km/h Topspeed. Die erreichen wir zwar auch auf der deutschen Autobahn und dem ersten Teil der Etappe bei weitem nicht, aber selbst hier sind andere Aspekte wichtiger. Beispielsweise, wie der R8 jedes kleine Zucken des rechten Fusses in unmittelbaren Vortrieb umsetzt.

In Ingolstadt herrschte noch Regen bei der Abholung des Audi R8 Spyders. 

In Ingolstadt herrschte noch Regen bei der Abholung des Audi R8 Spyders. 

Michael Lusk
So fiel auch der Ritt über die hauseigene Rennstrecke ins Wasser. 

So fiel auch der Ritt über die hauseigene Rennstrecke ins Wasser. 

Michael Lusk
Es dauerte zwar etwas, bis wir das Dach öffnen konnten – das geht dafür auf Knopfdruck in weniger als 20 Sekunden. 

Es dauerte zwar etwas, bis wir das Dach öffnen konnten – das geht dafür auf Knopfdruck in weniger als 20 Sekunden. 

Michael Lusk

Oben ohne dem Gipfel entgegen

Mehr Spass macht es im R8 Spyder ohnehin offen über Pässe zu cruisen. Und als ob Petrus ein Einsehen hat, strahlt in den Bergen wieder die Sonne. Auf Knopfdruck ist in wenigen Sekunden das Dach versenkt. Wir wechseln fleissig vom Dynamik-, wo der R8 Spyder wie Kaugummi auf der Strasse klebt, immer wieder in den Comfort-Modus, bei dem er schlechte Strassen und Bodenwellen wie von Zauberhand glattbügelt. Selbst später in der Stadt meistert er grössere Temposchwellen locker ohne Lift-System. 

Ein Konzert für V10-Fans

Für alle, die immer noch Benzin statt Strom im Blut haben, ist das Beste aber der Sound. Insbesondere im Tunnel. Zwar musste auch Audi aufgrund immer strengerer Vorschriften beim R8 Anpassungen vornehmen. Aber bei höheren Drehzahlen faucht und brüllt der V10 noch immer so herzhaft wie eh und je. Bis über 8000 u/min dreht die Nadel hoch, nach jeder Serpentine gibts ein neues Klangfurioso. So könnte der Tag für uns immer weitergehen. Wer sich einen der letzten V10-Verbrenner sichern möchte, muss momentan dafür 185’610 Franken ausgeben. Und so weint am Ende nicht der Himmel, sondern wir dem R8 Spyder zumindest eine Träne nach.

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