Verwirrung um radikale Nerz-Tötung: «Wir haben einen Fehler begangen»

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Verwirrung um radikale Nerz-Tötung«Wir haben einen Fehler begangen»

In Dänemark wurden wegen eines Corona-Ausbruches bei Nerzen die Tiere massenhaft geschlachtet. Die Regierung gesteht nun Fehler ein.

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Geschlachtete Nerze werden in einem Graben entsorgt. Mitarbeiter der dänischen Gesundheitsbehörde entsorgen mit Hilfe dänischer Streitkräften die Nerze auf Militärland da die dänische Umwelt- und Gesundheitsbehörde mitteilte dass die Verbrennungs- und Tierkörperverwertungsanlagen des Landes nur schwer Schritt halten können.

Geschlachtete Nerze werden in einem Graben entsorgt. Mitarbeiter der dänischen Gesundheitsbehörde entsorgen mit Hilfe dänischer Streitkräften die Nerze auf Militärland da die dänische Umwelt- und Gesundheitsbehörde mitteilte dass die Verbrennungs- und Tierkörperverwertungsanlagen des Landes nur schwer Schritt halten können.

Keystone/Ritzau Scanpix/AP
Tote Nerze im Süden von Jutland, Dänemark: Die Behörden reagieren, nachdem über 200 Personen sich mit einem Nerz-Coronavirus ansteckten.

Tote Nerze im Süden von Jutland, Dänemark: Die Behörden reagieren, nachdem über 200 Personen sich mit einem Nerz-Coronavirus ansteckten.

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Nerzbauer Thorbjoern Jepsen in seiner Nerzfarm im dänischen Gjoel.

Nerzbauer Thorbjoern Jepsen in seiner Nerzfarm im dänischen Gjoel.

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In Dänemark herrscht zunehmend Verwirrung um die von der Regierung veranlasste Massenkeulung aller Nerze im Land. Für die Tötung von gesunden Pelztieren ausserhalb bestimmter Risikozonen gibt es nämlich noch keine rechtliche Grundlage, wie Lebensmittelminister Mogens Jensen eingestand.

«Wir haben einen Fehler begangen. Es gibt keine gesetzliche Befugnis, um Nerzzüchter ausserhalb der 7,8-Kilometer-Zonen zu bitten, ihre Nerze zu schlachten», sagte Jensen am Dienstag dem Sender TV2. Dies habe er bei der Bekanntgabe nicht gewusst, ändere aber nichts daran, dass durch die Nerzzucht in Dänemark in Corona-Zeiten ein Risiko bestehe. Die Züchter sollten mit Blick auf die Volksgesundheit damit weitermachen, die Tiere zu töten.

Hat Regierung übertrieben reagiert?

Regierungschefin Mette Frederiksen hatte bei der Ankündigung der Massnahme am vergangenen Mittwoch davon gesprochen, dass alle Nerze in Dänemark getötet werden sollten, um so sicherzustellen, dass eine bei den Nerzen aufgetretene Coronavirus-Mutation eingedämmt werde. In einer Mitteilung des Umwelt- und Lebensmittelministeriums hiess es: «Die Regierung hat auf Grundlage einer neuen Risikobewertung der Gesundheitsbehörden beschlossen, alle dänischen Nerzbestände zu schlachten.»

Den Pelztierzüchtern wurde eine Bonuszahlung in Aussicht gestellt, wenn sie ihre Tiere innerhalb weniger Tage töteten. In einem neuen Brief der Lebensmittelbehörde Fødevarestyrelsen an die dänischen Nerzzüchter hiess es nun am Dienstag, man bedauere, dass aus einem vorherigen Schreiben vom Freitag nicht hervorgegangen sei, dass es sich um eine «Aufforderung» der schnellstmöglichen Tötung gesunder Bestände ausserhalb der 7,8-Kilometer-Zonen gehandelt habe.

Wie TV2 berichtete, deckt die Gesetzlage nur infizierte Nerzfarmen sowie Bestände in einem bestimmten Umkreis ab – besagte 7,8 Kilometer. Die Regierung will nun im Schnellverfahren die gesetzliche Grundlage schaffen, dass auch gesunde Nerze getötet werden dürfen.

(SDA)

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