Aktualisiert 02.06.2014 09:21

Radioaktiver Boden

«Wir haben hier jahrelang Gemüse angebaut»

In Biel lag jahrelang radioaktives Material unter der Erde. Bewohner des betroffenen Quartiers machen sich nun Sorgen um ihre Gesundheit.

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sie
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Die Familie Rubin - die gleich neben der Baustelle wohnt - ärgert sich, dass sie nicht über die radioaktive Erde informiert worden ist.

Die Familie Rubin - die gleich neben der Baustelle wohnt - ärgert sich, dass sie nicht über die radioaktive Erde informiert worden ist.

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Müssen sich die Quartierbewohner der Mühlefeldallee in Biel nun vor den Folgen der radioaktiven Strahlung fürchten?

Müssen sich die Quartierbewohner der Mühlefeldallee in Biel nun vor den Folgen der radioaktiven Strahlung fürchten?

Screenshot GoogleMaps
Um seine Tochter sorgt sich auch Giuseppe Marucci, der ebenfalls in der Nähe der Autobahn-Baustelle wohnt: Er will, dass die Bieler Politiker nun sofort etwas unternehmen.

Um seine Tochter sorgt sich auch Giuseppe Marucci, der ebenfalls in der Nähe der Autobahn-Baustelle wohnt: Er will, dass die Bieler Politiker nun sofort etwas unternehmen.

Bei den Bauarbeiten für die Autobahnumfahrung in Biel ist 2012 radioaktives Material gefunden worden. Für die Bauarbeiter wurden sofort Schutzmassnahmen getroffen, doch die benachbarten Quartierbewohner wurden nie informiert.

Ein im betroffenen Quartier wohnhafter Familienvater, der anonym bleiben will, macht sich Sorgen: «Solange die Stadt nicht über die Kontaminierung informiert, dürfen meine Kinder nicht mehr in der Nähe der Baustelle spielen.»

Um seine Tochter sorgt sich auch Giuseppe Marucci, der ebenfalls in der Nähe der Autobahn-Baustelle wohnt: «Gleich am Montag werde ich mich an die Politiker wenden.» Er verstehe es nicht, warum die Bevölkerung in all den Jahren nie über die Gefahren in der Erde und möglicherweise auch im Trinkwasser informiert worden sei.

«Dass man uns nicht informiert hat, finde ich eine grosse Sauerei»

Heinz Schröder war Präsident des Schrebergartens, der jahrelang unmittelbar über dem radioaktiven Abfall lag. Auch er ist empört: «Wir wussten schon, dass da früher eine Mülldeponie darunter war, aber wir haben nie erfahren, dass da etwas Gefährliches sein könnte.» Wäre er über die Kontamination informiert gewesen, hätte er aufgehört, dort zu gärtnern, meint der Rentner. «Dass man uns nicht informiert hat, finde ich eine grosse Sauerei», so der 81-Jährige. Schliesslich hätten dort viele im guten Glauben Gemüse angepflanzt.

Chrisine Pürro, die ebenfalls bis 2008 auf besagtem Schrebergarten Gemüse angepflanzt hat, glaubt zu wissen, warum sie nicht informiert wurde: «Dann hätten doch gleich alle finanzielle Forderungen gestellt.»

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