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Beatsteaks«Wir haben jetzt eine Gymnastikgruppe»

Die Beatsteaks beehren Zürich wegen der grossen Nachfrage gleich zweimal. Im Interview sprachen Sänger Arnim und Bassist Torsten über Touren und Turnen.

von
ink

Arnim, habt Ihr noch Spass am Touren?

Auf jeden Fall, das ist ja auch der Grund, warum es die Band überhaupt gibt. Platten zu machen allein wäre ja ein bisschen langweilig. Du kannst im Studio viel tricksen, das geht bei Konzerten nicht.

Euer Bandkollege Thomas hatte einen schweren Unfall. Wie hat euch das beeinflusst?

Arnim: Es hat nie einer von uns nachgedacht, was passieren würde, wenn es die Band nicht mehr geben würde, und mit Thomas' Unfall kam diese Möglichkeit dann doch auf. Man musste sich darüber Gedanken machen. Keiner von uns hat einen Plan B.

Ihr geht bei euren Konzerten recht ruppig um mit euren Körpern. Arnim, du bist sogar von zwei Schweizer Konzert-Balkonen gesprungen. Macht euch Thomas' Unfall nicht bewusst, dass ihr vielleicht etwas besser aufpassen solltet?

Arnim: Wir machen ja auch nicht mehr alles. Ich hoffe einfach, dass ich jetzt ein bisschen besser singe und nicht mehr vom Balkon springen muss, um die Leute zu begeistern.

Ihr habt zwar keinen Plan B, wie du gesagt hast, aber habt ihr euch nicht auch schon mal Gedanken über den Ruhestand gemacht?

Arnim: Das ist ja zum Glück noch ganz weit weg. Ich kann nicht mal bis zum nächsten Sommer zählen. Ruhestand ist für mich, seitdem es Thomas wieder gut geht, kein Thema mehr.

Ihr wart kürzlich als Poster in der «Bravo». 90 Prozent der Leute, die in der «Bravo» stattfinden, sind halb so alt wie ihr.

Arnim: Die von der «Bravo» denken halt, wir wären noch 30.

Torsten: Auf Facebook hab ich mich auch jünger gemacht. Das hat bisher einfach keiner bemerkt.

Seht ihr es als Kompliment, dass ihr immer noch in der «Bravo» zu sehen seid?

Arnim: Ja, total, das ist wie früher, als ich meine Idole wie Iggy Pop in der «Bravo» fand. Das zeigt den jungen Leuten doch, dass es auch noch unsere Art von Musik gibt, anstatt nur Pop oder Hip Hop. Ich finde das gut. Wir sind gerne eine Türöffner-Band, über die man Musik findet, die man noch nicht kennt.

Nerven euch Fragen zum Altern?

Torsten: Nee, das ist schon in Ordnung. Wir haben auf Tour jetzt auch eine Gymnastikgruppe gegründet. Morgens nach dem Aufstehen machen wir Übungen und das machen wir auch nur, weil wir älter geworden sind. Das war früher nicht nötig.

Das Konzert im Zürcher Volkshaus am 9. November ist bereits ausverkauft. Für das Zusatzkonzert am 16. Dezember in der gleichen Location gibt es noch Tickets.

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