Peter Stadelmann: «Wir haben keinen Plan B»
Aktualisiert

Peter Stadelmann«Wir haben keinen Plan B»

Ottmar Hitzfeld schafft mit der Schweiz im dritten Anlauf die zweite Qualifikation für eine Endrunde. Es spricht alles für eine Vertragsverlängerung mit dem Weltklasse-Trainer.

von
Eva Tedesco

Der Vertrag von Ottmar Hitzfeld läuft nach der WM 2014 in Brasilien aus. Gespräche über eine Verlängerung der Zusammenarbeit, so heisst es vonseiten der Vertragspartner Hitzfeld und Schweizerischer Fussballverband, werden nach Abschluss der WM-Qualifikation geführt. Also irgendwann nach dem 1:0-Sieg der Nati am Dienstagabend gegen Slowenien.

Das Verhandlungsteam besteht im Wesentlichen aus Verbands-Präsident Peter Gilliéron, dem Delegierten für die Nationalmannschaft Peter Stadelmann und natürlich aus Ottmar Hitzfeld. «Dahinter stehen noch diverse Organe, welche die Situation beurteilen müssen», sagt Stadelmann. Der SFV analysiert nach jedem Spiel die Situation und nach Abschluss auch die gesamte WM-Ausscheidungs-Kampagne im Überblick. «Denn nur wenn man immer dran bleibt, kann man auf mögliche Schwächen reagieren.» Das hält der SFV auch im Erfolgsfall so.

Hitzfeld kommt schnell zu klaren Resultaten

Danach werden Gilliéron und Stadelmann mit Hitzfeld einen Gesprächstermin vereinbaren und sich an einen Tisch setzen. Nach der nunmehr 5-jährigen Zusammenarbeit kenne man sich gut und rede auch ganz anders miteinander als mit Gesprächspartnern, die man weniger gut kennt. «Aber dabei meine ich weniger die Erfahrung als den Menschen Hitzfeld», sagt Stadelmann zu 20 Minuten.

«Ich kann Ihnen versichern: In Gesprächen mit Ottmar Hitzfeld kommt man schnell zu klaren Resultaten.» Bei der zweiten Verlängerung des Kontraktes mit dem Lörracher als Schweizer Nationaltrainer gehe es auch darum, dass die internen Abläufe berücksichtigt werden.

Für den SFV ist die Sache so weit klar

Sowohl Stadelmann als auch Gilliéron haben in den letzten Tagen das Interesse des SFV an einer Vertragsverlängerung über Mitte 2014 hinaus signalisiert. «Wir haben mit ihm verlängert, als er die EM-Qualifikation verpasst hat. Was also soll jetzt dagegen sprechen?», so Stadelmann. Alles andere wäre auch erstaunlich, denn nicht nur die Statistik spricht für eine Verlängerung der Zusammenarbeit.

Seit dem Sieg gegen die Slowenen ist der 64-Jährige der erfolgreichste Nationaltrainer der Schweiz: Mit einem Schnitt von 1,79 Punkten pro Spiel löste er Roy Hodgson (1,78) als bisherigen Spitzenreiter ab. Er schaffte mit der Schweiz im dritten Anlauf die zweite Qualifikation für eine Endrunde. Wieso also nicht auch noch eine EM-Endrunde? Und er baute aus der Not heraus eine der besten Schweizer Auswahlen aller Zeiten, die noch immer viel Luft nach oben hat.

Keine Tendenz auszumachen

Eine Tendenz bei Hitzfeld habe Stadelmann nicht erkennen können. Was aber, wenn Hitzfeld zu dem Entscheid kommt, dass Brasilien für ihn nicht mehr zu überbieten ist?Stadelmann: «Wir haben keinen Plan B. Die Schweiz ist ein gutes Land und sie hat ein gutes Team. Aber sicher wäre es nicht einfach, einen Nachfolger für Hitzfeld zu finden. Dann dürften wir uns nicht beklagen, sondern müssten die Herausforderung sportlich annehmen und die bestmögliche Lösung anstreben.»

Die Zukunft der Schweizer Nati liegt auch in den Händen des Nati-Delegierten. Dabei ist selbst seine Zukunft beim SFV noch offen. Denn auch der Vertrag von Stadelmann endet nach der WM 2014. Ob er seine Entscheidung von der Vertragsverlängerung mit Hitzfeld abhängig macht? Der Poker hat begonnen.

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