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Vögele-CEO«Wir haben keinen rüden Umgangston»

André Maeder, CEO von Charles Vögele, wehrt sich gegen die Kritik, er vergraule ältere Mitarbeitende, und sagt, was er mit der Cruz-Kampagne erreichen will.

von
Elisabeth Rizzi
André Maeder vor einem Plakat mit Mónica Cruz. (keystone)

André Maeder vor einem Plakat mit Mónica Cruz. (keystone)

Ihr erklärtes Ziel ist: Sie wollen die Nummer zwei im Bekleidungsmarkt Schweiz werden. Wann überholen Sie C&A?

André Maeder: Die Rangliste ist nicht so wichtig.

Sie sagen selbst, es brauche fünf Jahre für die Restrukturierung. Wie soll Charles Vögele dann aussehen?

Wir wollen eine Firma im moderaten Preissegment sein, aber mit einem modernen Sortiment.

Ihre Grossaktionärin Migros könnte helfen, etwa durch eine Einkaufskooperation …

Zuerst erledigen wir unsere Hausaufgaben, danach können wir über mögliche Kooperationen sprechen. Abgesehen davon haben wir mit 63'000 verkauften Stücken selbst eine genug grosse Marktmacht, um uns etwa gegen die steigenden Baumwollpreise zu wappnen.

Mit den beiden Cruz-Schwestern als Werbeträgerinnen wollten Sie das Charles-Vögele-­Publikum verjüngen. Ist das schon gelungen?

Falsch, wir wollen nicht verjüngen, sondern unser Image modernisieren.

Man kriegt aber den Eindruck, Sie hassten die Farbe Grau. Sie räumen nicht nur bei der Mode auf, sondern auch beim Personal. Sie werfen ältere Verkäuferinnen und teure Filialleiter am Laufmeter hinaus.

Das stimmt nicht. Wir beurteilen unsere Mitarbeitenden nur nach der Leistung und nach keinen anderen Kriterien.

Sie haben also die Leistungskriterien verschärft? 6 von 168 Filialleitern mussten gehen.

Nein. Bei einem solchen Turnaround gehören Umstrukturierungen dazu. Aber wir sind bei allen Entlassungen gesetzeskonform vorgegangen.

Macht der rüde Umgang mit dem Personal den Image-Bonus der Cruz-Schwestern nicht ganz einfach zunichte?

Wir haben keinen rüden Umgangston mit unserem Personal. Tatsache ist, dass in einem Turnaround auch personelle Entscheide getroffen werden müssen. Wir sind offen für Kritik und bilden unser Personal ständig weiter. Wir haben zudem eine Ombudsstelle geschaffen.

Wieder in der Gewinnzone

PFÄFFIKON SZ. Nach dem Flicken der Verlustlöcher durch den Verkauf seiner Altkleiderlager und der Schliessung unprofitabler Filialen ist Charles Vögele 2010 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nach dem Verlust von 14 Mio. Fr. im Vorjahr erzielte der Konzern wieder einen Reingewinn von 18 Mio. Franken. Nach den Schauspielerinnen Penélope und Mónica Cruz hat Charles Vögele nun auch Til Schweiger als Werbe-Ikone gewonnen.

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