Fiesch VS - «Wir haben Kontakt zu den Angehörigen und sind tief betroffen»

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Fiesch VS«Wir haben Kontakt zu den Angehörigen und sind tief betroffen»

Ein Pistenfahrzeug erfasste an Heiligabend auf der Fiescheralp eine Fussgängerin tödlich. Der CEO der Aletschbahnen ging sofort vor Ort und sprach den Angehörigen sein Beileid aus.

Lukas Hausendorf
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Lukas Hausendorf
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Valentin König, CEO der Aletschbahnen, ging sofort vor Ort, als er am Freitag vom Unglück erfuhr. 

Valentin König, CEO der Aletschbahnen, ging sofort vor Ort, als er am Freitag vom Unglück erfuhr.

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Die Frau und das Kleinkind wurden auf der Fiescheralp am Freitag kurz vor 17 Uhr von einem Pistenfahrzeug beim Rückwärtsfahren erfasst.

Die Frau und das Kleinkind wurden auf der Fiescheralp am Freitag kurz vor 17 Uhr von einem Pistenfahrzeug beim Rückwärtsfahren erfasst.

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Die 73-jährige Frau kam dabei ums Leben, ihre zweijährige Enkelin wurde schwer verletzt.

Die 73-jährige Frau kam dabei ums Leben, ihre zweijährige Enkelin wurde schwer verletzt.

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Darum gehts

An Heiligabend ist auf der Fiescheralp im Walliser Goms eine 73-jährige Luzernerin von einem Pistenfahrzeug erfasst worden und ums Leben gekommen. Ihre zweijährige Enkelin wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Berner Inselspital geflogen.

Zum Unfall kam es kurz vor 17 Uhr vor dem Fahrzeugdepot Kühboden. Die Seniorin und das Kleinkind befanden sich nach Angaben der Walliser Kantonspolizei unmittelbar hinter dem Heck des Ratracs, als dieser zurücksetzte. Das Pistenfahrzeug gehört den Aletschbahnen. Deren CEO Valentin König wurde nach dem tragischen Unglück von Mitarbeitern informiert und ging sofort vor Ort.

«Wir sind tief betroffen vom Unglück und sprechen den Angehörigen, mit denen wir in engem Kontakt stehen, unsere Anteilnahme aus», sagt Valentin König, CEO der Aletschbahnen. Der 22-jährige Lenker des Pistenfahrzeugs ist einer seiner Angestellten. Dieser werde psychologisch betreut. Man stehe zudem in engem Austausch mit der Polizei und Staatsanwaltschaft, damit der Unfallhergang restlos geklärt werden könne.

Was sah der Lenker?

Wie es zum tragischen Unglück kommen konnte, versucht nun die Staatsanwaltschaft herauszufinden. Unklar ist, ob der Lenker beim Rückwärtsfahren auf Sicht fuhr oder das Fahrzeug mit einer Rückfahrkamera ausgestattet war. König machte dazu keine Angaben. Alle Fragen, die in Zusammenhang mit der Unfallursache stehen, würden durch die Polizei ermittelt.

Rückfahrkameras gehören etwa beim Hersteller Pistenbully nicht zur Serienausstattung, können aber optional damit ausgerüstet werden. Beim Rückwärtsfahren löst das Fahrzeug aber in jedem Fall ein akustisches Warnsignal aus.

Zweiter tödlicher Ratrac-Unfall dieses Jahr

Dieses Jahr war im Wallis bereits im März ein Pistenfahrzeug in einen tödlichen Unfall verwickelt. Damals ist ein 27-jähriger Italiener in Belalp bei einem Sturz von einem Ratrac ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft eröffnete auch in diesem Fall eine Untersuchung. Unfälle mit Pistenfahrzeugen beschäftigen die Justiz immer wieder.

Im März 2011 geriet ein Snowboardfahrer auf der First in Grindelwald unter die Raupe eines Pistenfahrzeugs. Der Lenker wurde später per Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Wegen einer Schneekanone, die am Frontschild befestigt war, hatte er den Snowboarder, der sich nach einem Sturz nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, nicht gesehen. Seine vorgesetzten Pistenchefs wehrten sich indes erfolgreich gegen ihre Strafbefehle und wurden 2015 freigesprochen.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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