Aktualisiert 11.10.2017 05:30

Vladimir Petkovic«Wir haben nicht mehr verdient»

«Wir sind nicht diese Mannschaft, die man gesehen hat», sagt Nati-Trainer Vladimir Petkovic tief enttäuscht.

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E. Tedesco, Lissabon

Nati-Trainer Vladimir Petkovic mit einer realistischen Einschätzung der Niederlage in Lissabon.(Video: 20 Minuten)

«Es ist, wie es ist», pflegte der Nati-Trainer in den letzten Wochen auf die Frage zu antworten, wenn es darum ging, dass die Schweiz mit 27 Punkten und nur einer Niederlage die direkte WM-Qualifikation verpassen könnte. Genau dieses Worst-Case-Szenario ist mit der 0:2-Niederlage eingetroffen. Eine Rekord-Kampagne reichte nicht. Gleich viele Punkte zu haben wie der Europameister, reichte auch nicht. Aber in fünf der anderen acht Gruppen hätte diese Anzahl Punkte zur direkten Qualifikation für die EM gereicht.

Es ist frustrierend. Auch wenn Petkovic es nicht in dieser Deutlichkeit sagte. Der Nati-Coach: «Mit 27 Punkten sind wir Erster in der Liste der Tabellenzweiten. Wir hätten mehr verdient.» Deutlicher wurde er mit Worten nicht, aber man musste nicht speziell talentiert sein, um zwischen den Zeilen zu lesen. «Wie einen Sieg muss man auch eine Niederlage verarbeiten, aber wir müssen nicht zu viel analysieren», sagt Petkovic im proppenvollen Medienraum des Estádio da Luz. Eine Erklärung hat der 54-Jährige keine, warum seine Mannschaft die für einen Final nötigen PS nicht auf den Platz gebracht hat. «Es hat vor dem Spiel nichts darauf hingewiesen.»

«Schade, war heute kein VAR dabei»

«Wir haben nicht gespielt, um ein Tor zu erzielen. Wir waren zu passiv und haben nicht mehr verdient», redet Petkovic Klartext. «Dann provozierten wir das erste Tor. Schade, war heute kein VAR dabei.» Der Nati-Trainer spricht vom Video Assistant Referee, dem Video-Schiedsrichter, der an der WM eingesetzt werden soll und in der Bundesliga schon seit dem Saisonstart verwendet wird.

Petkovic spricht die Szene mit Goalie Yann Sommer an, der beim Hechten nach der Eliseu-Flanke (41.) im Fünfmeterraum von João Mario «verräumt» worden ist. Die Neugier des Nati-Trainers ist nicht unberechtigt. Es gibt Schiedsrichter, die zugunsten des Keepers entschieden hätten. Allerdings muss man aus Gründen der Fairness sagen, dass auch ein Handspiel von Ricardo Rodriguez in der ersten Halbzeit vom türkischen Ref nicht geahndet wurde.

Schweiz verliert gegen Portugal

Keine direkte Qualifikation für die WM. Video: Tamedia/SRF

Keine Punkte: Die Schweiz verliert gegen Portugal. Video: Tamedia/SRF

Behrami wurde schmerzlich vermisst

«Wir haben nach neun kleinen Schritten einen rückwärts gemacht», fuhr Petkovic fort, «jetzt müssen wir halt wieder zwei nach vorne machen.» Auf die möglichen Konkurrenten angesprochen, gegen die die Schweiz diese zwei Schritte vorwärts machen muss, sagte Petkovic: «Ich habe bis vor zehn Minuten nicht gewusst, wer auf dieser Liste ist. Ich hatte mich nur auf Portugal fokussiert.» Eine Präferenz hat der Tessiner nicht, aber «ein Vorteil wäre, wenn wir zuerst auswärts spielen könnten». Die Auslosung der Barrage findet am Dienstag in Zürich statt.

Die möglichen Gegner der Schweizer sind Nordirland, Schweden, Irland und Griechenland. Gegen die Iren (5 Siege, 3 Remis, 8 Niederlagen) und die Nordiren (1 Sieg, 1 Remis, 2 Niederlagen) hat die Schweiz eine negative Bilanz. Gegen Griechenland (7 Siege, 4 Remis, 2 Niederlagen) und gegen Schweden (11 Siege, 7 Remis, 10 Niederlagen) sieht die Buchhaltung besser aus. Und dann ist hoffentlich auch Puncher Valon Behrami wieder dabei.

Der «Krieger» wurde gegen Portugal schmerzlich vermisst. Petkovic dazu: «Wir haben neun Spiele als Mannschaft gewonnen, wir haben in Lissabon als Mannschaft verloren und werden als Mannschaft weitermachen.»

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