«Wir haben noch grosse Meinungsverschiedenheiten»
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«Wir haben noch grosse Meinungsverschiedenheiten»

Griechische und türkische Zyprer wollen ihre Kontakte zur Überwindung der Teilung ihrer Insel intensivieren.

Dazu werden sich die Führer der griechischen und der türkischen Zyprer, Dimitris Christofias und Mehmet Ali Talat, erneut Mitte Juni treffen. Dann soll entschieden werden, ob weitere direkte Gespräche über Wege zur Wiedervereinigung aufgenommen werden.

Dies teilte der Vertreter der Vereinten Nationen auf Zypern, Taye-Brook Zerihoun, am Freitag nach einem dreistündigen Treffen mit den beiden Politikern mit. In der Zwischenzeit werden Arbeitsgruppen beider Seiten über das künftige Regierungssystem sowie soziale und wirtschaftliche Fragen sprechen, hiess es weiter.

Nach den Worten Zerihouns sind sich beide Seiten nach wie vor einig, dass die Lösung der Zypernfrage auf der Basis einer «biterritorialen und bikommunalen Föderation» gesucht werden muss. Diese Föderation würde dann eine Bundesregierung haben, die Zypern international vertreten würde, meinte Zerihoun.

Talat betonte allerdings nach dem Treffen: «Wir haben noch grosse Meinungsverschiedenheiten.» So konnten sich beide Seiten noch nicht auf die seit langem erwartete Öffnung eines weiteren Übergangs auf der Westseite der Insel zwischen dem türkisch- zyprischen Norden und dem griechisch-zyprischen Süden einigen.

Die Öffnung des Übergangs nahe Limnitis würde Tausenden Menschen im Westen Zyperns erlauben, binnen 30 Minuten die Spitäler der Hauptstadt Nikosia zu erreichen. Heute müssen sie wegen der Teilung zweieinhalbstündige Umwege über die Berge der Insel nehmen.

Der griechische Süden Zyperns gehört seit 2004 zur Europäischen Union. Im Norden liegt die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Zahlreiche Vermittlungen zur Überwindung der Teilung sind in den vergangenen Jahrzehnten gescheitert.

(sda)

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