Samichlaus-Besuche  – «Wir haben nur diejenigen Freiwilligen ausgesucht, die geimpft sind»
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Samichlaus-Besuche «Wir haben nur diejenigen Freiwilligen ausgesucht, die geimpft sind»

Dieses Jahr darf der Mann in Rot die Kinder wieder entzücken. Die Besuche unterscheiden sich aber stark von denjenigen vor der Pandemie. Teilweise gilt in den Zünften gar Impfpflicht.

von
Zoé Stoller
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Die Coronapandemie wirkt sich auch auf die Chlausgesellschaften aus. 

Die Coronapandemie wirkt sich auch auf die Chlausgesellschaften aus.

Tamedia AG
Deshalb beschliessen viele von ihnen, ihre Besuche ausschliesslich im Freien oder mit Zertifikat durchzuführen.

Deshalb beschliessen viele von ihnen, ihre Besuche ausschliesslich im Freien oder mit Zertifikat durchzuführen.

Andrea Zahler / Tamedia AG
Bei der Chlausengruppe St. Mauritius Bethlehem-Bern geht man noch einen Schritt weiter und rekrutiert nur geimpfte Samichläuse.

Bei der Chlausengruppe St. Mauritius Bethlehem-Bern geht man noch einen Schritt weiter und rekrutiert nur geimpfte Samichläuse.

Andrea Zahler / Tamedia AG

Darum gehts

  • Letztes Jahr vermissten viele Kinder den Samichlaus, dieses Jahr darf er sie wieder besuchen.

  • Weil er traditionell vielfach zu den Familien nach Hause geht, fordern viele Zünfte eine Zertifikatspflicht.

  • Die Chlausgesellschaften setzen dieses Jahr vorwiegend auf Besuche im Freien.

Dieses Jahr kann das Samichläusle endlich wieder stattfinden. Die steigenden Fallzahlen und die damit zusammenhängenden Massnahmen des Bundes treffen aber auch die Chlauszünfte. Deshalb beschliessen viele von ihnen, ihre Besuche ausschliesslich im Freien oder mit Zertifikat durchzuführen. Bei einigen gilt intern eine Zertifikats- und sogar eine Impfpflicht.

«Wenn ein Chlaus eine Familie zu Hause in Innenräumen besucht, kontrolliert er zuerst immer, ob die Anwesenden über ein Zertifikat verfügen», sagt Eliane Büttiker, die bei der Zunft Wangen bei Olten die Chlauseinsätze koordiniert. «Es haben sich weniger Familien fürs Chlausen angemeldet als in den vorherigen Jahren. Ob es daran liegt, dass sie kein Zertifikat haben oder wegen der Pandemie lieber nicht besucht werden wollen, kann ich nicht sagen.» Die sich ständig ändernden Vorgaben des Bundes seien für Chlausgesellschaften wie jene von Wangen bei Olten eine grosse Herausforderung mit enormem Aufwand. «Ich weiss nicht, ob morgen die Massnahmen geändert werden und die Chläuse doch nicht Besuche abstatten dürfen», sagt Büttiker zu 20 Minuten.

«Wir haben nur diejenigen Freiwilligen ausgesucht, die geimpft sind»

Bei der Chlausengruppe St. Mauritius Bethlehem-Bern geht man noch einen Schritt weiter: «Wir haben nur diejenigen Freiwilligen ausgesucht, die geimpft sind», sagt Ralf Treuthardt vom Vorstand der Chlausengruppe. «Wenn uns Familien kontaktieren, damit einer unserer Samichläuse vorbeikommt, müssen sie vorgängig unterschreiben, dass alle über zwölf Jahren ein Zertifikat haben. Wir kontrollieren das nicht, das passiert auf Vertrauensbasis.» Sei ein Chlaus vor Ort und fühle sich nicht wohl, dürfe er den Besuch ungeniert abbrechen. Man setze aufgrund der aktuellen Situation jedoch klar auf Anlässe im Freien. «Wir sind froh, dass wir dieses Jahr trotz eingeschränktem Rahmen immerhin etwas unternehmen können. Letztes Jahr fand gar nichts statt», so Treuthardt.

Auch die Zunft Chlausen Bellach hat sich an die Situation angepasst und führt ausschliesslich Besuche im Freien durch. In Bellach müssen ebenfalls alle Samichläuse über ein Zertifikat verfügen. «Es geht dabei um die Sicherheit der Darsteller, wenn sie sich vorbereiten. Da sind viele Personen in einem Raum. Alle verstehen das jedoch, weil es ihnen primär darum geht, den Kindern eine Freude machen zu können. Für die zufriedenen Kindergesichter stehen unsere Chläuse dieses Jahr sogar stundenlang in der Kälte, anstatt wie üblich in die warme Stube gehen zu können», sagt Markus Kölliker von der Zunft Chlausen Bellach.

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