Spiele-Film: «Wir haben ‹Pokémon Go› vorausgeträumt»

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Spiele-Film«Wir haben ‹Pokémon Go› vorausgeträumt»

Der Schweizer Film «Der Polder» verbindet Game, Theater und Kino. Initiant Samuel Schwarz erklärt, warum sein Werk sogar die Forschung interessiert.

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srt
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Das Schweizer Werk «Der Polder» ist ein Hybrid aus Game und Spielfilm. Am Donnerstag ist der Film in den Schweizer Kinos angelaufen.

Das Schweizer Werk «Der Polder» ist ein Hybrid aus Game und Spielfilm. Am Donnerstag ist der Film in den Schweizer Kinos angelaufen.

Gewisse Parallelen zu «Final Fantasy» sind nicht von der Hand zu weisen. Doch auch Science-Fiction-Filme aus den 80er-Jahren oder Hitchcocks «Psycho» standen Pate.

Gewisse Parallelen zu «Final Fantasy» sind nicht von der Hand zu weisen. Doch auch Science-Fiction-Filme aus den 80er-Jahren oder Hitchcocks «Psycho» standen Pate.

Ins Universum von «Der Polder» gehört auch ein Mobile-Game, das die Spieler auf eine Mission schickt. Mit der App wird man über Podcasts an unheimliche Orte geführt und taucht in die Storyworld von «Polder» ein. Mit dem Retro-Cyber-Trip kann man coole Gadgets und sinnliche Erfahrungen gewinnen, so die Macher.

Ins Universum von «Der Polder» gehört auch ein Mobile-Game, das die Spieler auf eine Mission schickt. Mit der App wird man über Podcasts an unheimliche Orte geführt und taucht in die Storyworld von «Polder» ein. Mit dem Retro-Cyber-Trip kann man coole Gadgets und sinnliche Erfahrungen gewinnen, so die Macher.

Herr Schwarz, «Der Polder» wird als Game/Film-Hybrid angekündigt. Eine Game-Verfilmung ist Ihr Film aber nicht, oder?

Nein, es ist ein Film über Games. Oder besser – eine Geschichtenwelt über Games. Wenn man das Game spielt und den Film schaut, erhält man neue Informationen. Bei der aktuellen Kampagne des Spiels, die über die in diesen Tagen veröffentlichte App läuft, kann man die Orte, die «Polder», besuchen. Die Mission besteht darin, die Hexe zu besiegen. Der Film hilft einem dabei, ist aber nicht Bedingung, dass man sie findet. Die Hexe wird von Sira Topic gespielt und verkörpert eine Art User-Fantasie.

Kann man «Der Polder» auch einfach so schauen?

Oh ja, der Film steht für sich. Wir haben an Fantasy-Film-Festivals gute Reaktionen gehabt und unter anderem in Madrid und Triest einen Preis gewonnen. Der Film hat einen eigenen Wert. Aber wir haben schon gemerkt, dass die Leute, die unseren Film mögen, auch jene sind, die gerne Alternate-Reality-Games mögen.

Mit der App wollen Sie spannende Geschichten an besonderen Orten erzählen. Ein bisschen wie «Pokémon Go»?

«Pokémon Go» wirkt tatsächlich wie eine Erfindung von Neuro X, der Gamefirma in unserem Spiel und Film. Unsere fiktiven Manager haben schon 2013 davon geredet, dass man raussoll, in die richtige Welt. Erst später haben sie gemerkt, dass das allenfalls auch gefährlich sein kann. Wir haben «Pokémon Go» quasi vorausgeträumt (lacht).

Was hat euch beeinflusst? Ein bisschen «Final Fantasy» schwingt bei «Der Polder» mit.

Klar, aber auch diverse Science-Fiction-Filme aus den 80er-Jahren. David Cronenbergs «Videodrome» etwa oder «eXistenz». Auch «Inception» war ein Einfluss. Oder «Psycho» von Hitchcock mit seiner transmedialen Kampagne rund um den Kinosaal herum.

Wann ist «Der Polder» ein Erfolg?

Das Projekt ist noch nicht fertig. Der Kinorelease ist ein weiterer Schritt, es wird aber zum Beispiel auch noch eine 360-Grad-VR-Fassung geben. Von dem her muss ich sagen: Wenn das Spiel gespielt wird und sich die Geschichten mit dem Kinoerlebnis vermischen, dann ist das ein Erfolg. Später wird diese Art von Storytelling über VR-Brillen laufen; es ist absehbar, das in ein paar Jahren jeder Zweite eine solche besitzen wird. Wir wollen herausfinden, welche Art von Geschichten die Leute in Zukunft wollen.

Ihr seid ja so eine Art Geschichtenforscher – und damit wahrscheinlich auch interessant für die Industrie.

Ich würde sagen: für die Erzähl-Forschung. Das betrifft auch die Industrie, aber nicht nur. Wir wurden kürzlich sogar von der Uni Genf eingeladen, die derzeit daran forscht, was gefühlsmässig in der VR passiert. Uns interessiert vor allem der Aspekt mit der Erzählung – und da können wir mit unserer Arbeit durchaus neue Einsichten liefern.

«Polder» läuft seit Donnerstag in ausgewählten Kinos in der Deutschschweiz.

(Video: Youtube/Der Polder)

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