Einziger Olympiatest: «Wir haben Probleme, das weiss ich»
Aktualisiert

Einziger Olympiatest«Wir haben Probleme, das weiss ich»

Das Schweizer Olympia-Fussballteam verliert den Test gegen Senegal 0:1. Trainer Pierluigi Tami macht bei einigen Spielern physische Probleme aus.

von
Felix Burch

Pierluigi Tami, der Trainer der Schweizer Fussball-Olympia-Auswahl, nach der Niederlage im Testspiel gegen Senegal.

Der eingewechselte Josip Drmic hatte in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer auf dem Fuss. Im dümmsten Moment jedoch verlor er das Gleichgewicht und drosch den Ball weit über das Gehäuse. Diese Aktion war bezeichnend für den Auftritt der Schweizer Olympia-Auswahl am Dienstagabend in Solothurn gegen Senegal.

0:1 ging das Spiel gegen die aufsässigen Senegalesen verloren, den einzigen Treffer der Partie schoss Moussa Konate schon in der Anfangsphase. Nicht nur beim Goal wurden die Probleme der Schweizer schonungslos aufgedeckt, die Afrikaner waren zu Beginn physisch und technisch klar überlegen.

Es kam keine Olympia-Euphorie auf

Mehrere Leistungsträger überzeugten nicht. Verteidiger Timm Klose war noch nicht bereit und auch der als Spielmacher vorgesehene Pajtim Kasami konnte nicht verbergen, dass es ihm an Spielpraxis fehlt. Die Schweizer Olympia-Auswahl hat es vor den 1800 Zuschauern verpasst, eine Olympia-Euphorie zu entfachen.

Coach Pierluigi Tami sagte nach dem Spiel dann auch: «Ich habe gesehen, welche Spieler noch nicht wirklich bereit sind.» Man habe noch eine Woche, dann müssten 11 Spieler physisch fit sein. Mit der Leistung war er aber insgesamt nicht unzufrieden, einzig das Resultat gefiel ihm nicht. «Wir haben in den letzten Tagen hart gearbeitet. Die Fehler sind auch mit unserer Müdigkeit zu erklären.» Aber: «Wir haben einige Probleme, das weiss ich», so Tami (siehe Video oben). Diese gelte es nun in Angriff zu nehmen.

«Gabun werden wir wegputzen»

Spieler und Trainer sprachen dennoch von einer tollen Stimmung im Team. Mängel, etwa diejenigen im Aufbau, wolle man in den verbleibenden Tagen bereinigen. Am 26. Juli spielt die Schweiz in Newcastle gegen Gabun. Reicht die Zeit, um all die Defizite auszumerzen? Diego Benaglio, Captain und Torhüter, meinte dazu: «Wir haben noch mehr als eine Woche Zeit, diese Zeit wollen wir nutzen.» Es gehe nun darum, das Beste aus der Situation zu machen, er habe viel Positives gesehen beim Zusammenarbeiten mit der Mannschaft.

Angreifer Innocent Emeghara hatte einige gute Szenen und gab den Journalisten nach der Niederlage gut gelaunt Auskunft. Mit dem Toreschiessen werde es schon noch klappen. Klappt es heute nicht, geht es morgen, so Emeghara lachend zu 20 Minuten Online (siehe Video unten). Man habe gesehen, dass die Schweiz eine gute Mannschaft sei. An der Olympiade werde das Team Tore schiessen und Gabun 3:0 oder 5:0 wegputzen.

Angreifer Innocent Emeghara und Goalie Diego Benaglio im Interview. (Video: 20 Minuten Online)

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