Aktualisiert 22.09.2015 15:44

Yann Sommer«Wir hätten es mit Lucien Favre geschafft»

Yann Sommer macht Lucien Favre keine Vorwürfe. Der Keeper von Borussia Mönchengladbach akzeptiert den ungewöhnlichen Abgang des Trainers.

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Favres Karriere bei GladbachFünf Monate nach seiner Demission bei Borussia Mönchengladbach äussert sich Lucien Favre erstmals. Es gehe ihm gut und er fühle sich sehr frisch, sagt der Waadtländer. Wo der 58-Jährige seinen Fussball-Weg fortsetzen wird, ist (noch) nicht abzusehen.

Favres Karriere bei GladbachFünf Monate nach seiner Demission bei Borussia Mönchengladbach äussert sich Lucien Favre erstmals. Es gehe ihm gut und er fühle sich sehr frisch, sagt der Waadtländer. Wo der 58-Jährige seinen Fussball-Weg fortsetzen wird, ist (noch) nicht abzusehen.

Keystone/Peter Klaunzer
Das abrupte Ende: Am Tag nach dem 0:1 in Köln, am 20. September 2015, gibt Favre seinen Rücktritt. Er sieht sich nach dem Meisterschaftsstart mit fünf Niederlagen nicht in der Lage, den Turnaround zu schaffen.

Das abrupte Ende: Am Tag nach dem 0:1 in Köln, am 20. September 2015, gibt Favre seinen Rücktritt. Er sieht sich nach dem Meisterschaftsstart mit fünf Niederlagen nicht in der Lage, den Turnaround zu schaffen.

FreshFocus/Schueler
Der Auftakt in die neue Spielzeit 2015/16 misslingt. Gegen Dortmund und dessen neuen Trainer Thomas Tuchel setzt es in der ersten Runde ein 0:4 ab.

Der Auftakt in die neue Spielzeit 2015/16 misslingt. Gegen Dortmund und dessen neuen Trainer Thomas Tuchel setzt es in der ersten Runde ein 0:4 ab.

epa/Maja Hitij

Yann Sommer, wie haben Sie vom Rückzug Ihres Trainers erfahren? Kam der Entscheid für Sie total überraschend?

Wir trainierten am Sonntagmorgen. Da war noch nichts entschieden. Später, als alle bereits wieder zu Hause waren, erfuhren wir vom Klub, dass Lucien Favre nicht mehr weitermachen wolle. Das kam dann schon sehr überraschend.

Wie reagierten Sie? Schwer enttäuscht?

Natürlich war ich im ersten Moment enttäuscht, aber ich akzeptiere seinen Entscheid. Wir hatten mit ihm eine unglaublich gute Zeit, alle profitierten lange Zeit extrem von ihm. Ich bin überzeugt, dass wir es mit Lucien Favre geschafft hätten, aus dieser Situation rauszukommen!

In der Aufarbeitung in den deutschen Medien war von Kurzschlusshandlung über Fahnenflucht bis zur Ego-Tour die Rede.

Es ist natürlich sehr schade, dass er geht. Aber solche Momente sind Teil des Fussball-Geschäfts. Ich werfe Favre nichts vor, sondern behalte ihn in guter Erinnerung. Ich habe unter ihm in meiner ersten Bundesliga-Saison unheimlich viel gelernt, sein Fussball-Stil prägte mich auch als Goalie.

Kein Groll?

Er hat Gladbach vor dem Abstieg gerettet und hier unglaubliche Erfolge gefeiert. Dank ihm erlebte der Club tolle Jahre. Das sollte niemand vergessen.

Favre zog die Konsequenzen sehr früh. Hätten Sie einen solchen Schritt überhaupt für möglich gehalten?

Mit solchen Gedanken befasste ich mich gar nicht. Ich habe nicht jede Aussage oder Regung zu interpretieren versucht. Der Stress ist in unserer aktuellen Lage für alle sehr gross, das ist normal.

Befürchten Sie nun eine Schockstarre?

Wir schätzten Favre sehr, aber jeder ist jetzt genug professionell, um wieder nach vorne zu blicken. Vor uns stehen unglaublich wichtige Spiele. Am Mittwoch geht es zu Hause gegen Augsburg weiter. Wir müssen so schnell wie möglich punkten.

Was spricht denn zurzeit noch für die Borussia?

Die Qualität ist vorhanden. Wir trainieren gut. Und die Verletzten kehren nun langsam wieder zurück. Wir benötigen so schnell wie möglich ein Erfolgserlebnis, das könnte unter Umständen extrem viel bewirken. In den nächsten zwei Wochen müssen wir zulegen, um unten etwas wegzukommen. Das wäre mal ein erster Schritt. (si)

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